Institut für Schädlingskunde

Acheta domesticus, das Heimchen



Hier erfahren Sie alles Wissenwerte über Aussehen, Verbreitung, Verhalten, Schadpotenzial und Bekämpfen von Heimchen (Acheta domesticus)



Wissenschaftliche Bezeichnung des Heimchens: Acheta domesticus (LINNAEUS, 1758)

 

Heimchen - Aussehen: Ausgewachsen werden die gelblich gefärbten Heimchen, die auch Hausgrillen genannt werden, bis zu 26 Millimeter lang. Die Weibchen haben eine bis zu 15 Millimeter lange Legeröhre. Die Fühler von Acheta domesticus sind ungefähr so lang wie der restliche Körper. Die kräftigen Hinterbeine sind wesentlich länger als die ersten beiden Beinpaare und ermöglichen es dieser Grillenart kurze Sprünge auszuführen (siehe Abbildung 1). Am Ende des Hinterleibs befindet sich, ähnlich wie bei Schaben oder Kakerlaken, ein Paar Cerci. Durch das Aneinanderreiben der Vorderflügel können die Männchen von Acheta domesticus zirpende Laute erzeugen, mit denen sie paarungswillige Weibchen anlocken.

 

 
Abbildung 1: Acheta domesticus wird auch als Hausgrille bezeichnet  

 

 

Heimchen - Verbreitung und Verhalten: Heimchen gehören zur Ordnung Ensifera (Grillen) und sind in Europa weit verbreitet. Als Wärme liebende Art kommen Heimchen in Mitteleuropa hauptsächlich in Gebäuden an relativ warmen und feuchten Plätzen vor. Mit Hilfe der Legeröhre legen die Weibchen bis zu 800 Eier in feuchter Erde ab. Die Larven von Acheta domesticus schlüpfen nach acht bis zwölf Wochen und entwickeln sich innerhalb eines Zeitraums von 10 bis 35 Wochen zu geschlechtsreifen Tieren. In diesem Zeitraum häuten sie sich 8- bis 10-mal und werden den erwachsenen, d. h. geschlechtsreifen Tieren mit jeder Häutung ähnlicher. Man spricht hier von einer so genannten hemimetabolen Entwicklung, bei der das Puppenstadium fehlt. Hausgrillen sind nachtaktiv und ernähren sich meist von pflanzlicher Nahrung.

 

 

Heimchen - Schadpotenzial: Heimchen sind in der Regel keine Schädlinge im eigentlichen Sinne. Da das ständige Zirpen der Männchen als störend empfunden werden kann, müssen sie aber als Lästlinge bezeichnet werden. Nur wenn die Hausgrillen in Bäckereien oder Lebensmittelverarbeitenden Betrieben auftreten, müssen sie bekämpft werden, da in diesem Fall das Problem besteht, dass die hergestellten Nahrungsmittel durch die Tiere verunreinigt werden. Da Acheta domesticus ein beliebtes Futtertier für viele Amphibien- und Reptilienarten ist, treten die Tiere immer häufiger auch in Privathaushalten auf.

 

Heimchen - Bekämpfen: Eine direkte Bekämpfung von Acheta domesticus kann mit Hilfe von Fraßködern erfolgen, wie sie auch gegen Schaben wie zum Beispiel die Orientalische Schabe (Blatta orientalis) eingesetzt werden. Aus Gründen der leichten Handhabung ist der Einsatz von Ködergelen besonders zu empfehlen, die direkt in den Schlupfwinkeln der Hausgrillen ausgebracht werden können. Auch mit handelsüblichen Insektensprays können diese ungebetenen Mitbewohner bekämpft werden.

 

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