Institut für Schädlingskunde

 

 

Adistemia watsoni

 

Hier erfahren Sie alles über Erkennen, Vorkommen, Lebensweise, Schadwirkung und Bekämpfung der Moderkäferart Adistemia watsoni.

 

Wissenschaftlicher Artname: Adistemia watsoni (WOLLASTON, 1871)

 

Adistemia watsoni - Erkennen

Adistemia watsoni ist eine recht häufig vorkommende Art aus der Familie der Moderkäfer (Latridiidae). Es sind ausgesprochen kleine Käfer, die nur eine Körperlänge von 1,2 bis 1,7 Millimeter aufweisen. Die Körperfärbung dieser Moderkäferart ist hell braunrot bis rotbraun. Die Antennen enden in einer 3-gliedrigen Fühlerkeule. Adistemia watsoni hat einen auffallend schmalen Habitus. Dabei sind Kopf und Halsschild deutlich schmäler als die Flügeldecken. Der Übergang vom Kopf zum Halsschild ist halsartig eingeschnürt. Die Flügeldecken weisen jeweils acht deutliche Punktreihen auf. Der Kopf hat eine fast rechteckige Gestalt. Die Komplexaugen liegen seitlich am Kopf.

 

Adistemia watsoni (Familie Latridiidae)

Abbildung 1: Adistemia watsoni gehört in die Familie der Moderkäfer (Latridiidae)

Adistemia watsoni (Kopfansicht)

Abbildung 2: Die Antennen von Adistemia watsoni enden in einer 3-gliedrigen Fühlerkeule

 

Adistemia watsoni - Vorkommen und Lebensweise

Adistemia watsoni ist vermutlich kosmopolitisch verbreitet. Sowohl die adulten Käfer, als auch die Larven ernähren sich von Pilzhyphen und Pilzsporen. Oft wird die Art in Häusern gefunden, in denen es einen Wasserschaden gegeben hatte. Weidner & Sellenschlo (2003) geben an, dass Adistemia watsoni unter anderem in Herbarien, Taubennestern oder gebrauchten Säcken gefunden wurde. Auch auf verschimmelten Vorräten können sich diese Moderkäfer entwickeln.

 

 

Adistemia watsoni - Schadwirkung

Adistemia watsoni ist wie zum Beispiel der Moderkäfer (Latridius minutus) oder auch der Hefekäfer (Dienerella filum) kein echter Vorratsschädling, sondern eher ein Anzeiger für eine zu hohe Luftfeuchtigkeit und unzureichende Lagerbedingungen von Vorräten.

 

Adistemia watsoni - Bekämpfung

Moderkäfer wie Adistemia watsoni können sich nur dort in Massen entwickeln, wo sie die zu ihrer Ernährung notwendigen Schimmelpilzen in ausreichender Menge vorfinden. Um einem Befall mit diesen Käfern vorzubeugen muss daher darauf geachtet werden, dass sich keine Schimmelpilze bilden können. Dies bedeutet beispielsweise in Lagerräumen, dass die relative Luftfeuchtigkeit im Raum, sowie innerhalb des Lagergutes nicht über 65 % ansteigen darf. Ist es möglich für ausreichend trockene Bedingungen zu sorgen, so werden die Käfer meist von allein abwandern oder aber absterben. Eine direkte Bekämpfung der Tiere ist auch durch den Einsatz von Insektensprays möglich. Allerdings ist eine solche Maßnahme nicht nachhaltig. Langfristig kann ein Befall mit Moderkäfern wie Adistemia watsoni nur beseitigt werden, wenn die Luftfeuchtigkeit in den von den Käfern befallenen Räumen durch geeignete Maßnahmen wie richtiges Lüften oder den Einsatz von Luftentfeuchtern dauerhaft gesenkt werden kann. Ist feuchtes Mauerwerk der Grund für den Befall, so kann nur ein Aufgraben der Wände mit anschließender Isolierung der Kellerfundamente Abhilfe schaffen.

 

Moderkäfer (Latridius minutus)

Abbildung 3: Der Moderkäfer (Latridius minutus) ist wie Adistemia watsoni ein Indikatororganismus für Schimmelpilzbefall

Hefekäfer (Dienerella filum)

Abbildung 4: Der Hefekäfer (Dienerella filum) ähnelt von seiner Körperform dem ebenfalls sehr kleinen Adistemia watsoni

 

Weitere Informationen zu Erkennen, Vorkommen, Lebensweise, Schadwirkung und Bekämpfung der Moderkäferart Adistemia watsoni

 

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