Institut für Schädlingskunde

Haustaube

 

Hier erfahren Sie alles Wissenwerte über Aussehen, Verbreitung, Verhalten, Schadpotenzial und Bekämpfen der Haustaube (Columba livia domestica)

 

Wissenschaftliche Bezeichnung: Columba livia domestica (GMELIN, 1789)

 

Haustaube - Aussehen: Bei der Haustaube handelt es sich um einen rund 33 Zentimeter großen Vogel mit meist graublauem Gefieder (siehe Abbildung 1). Die Stammart der Haustaube ist die im Mittelmeergebiet heimische Felsentaube, die der Mensch bereits vor rund 5.000 Jahren domestiziert hat.

 

 
Abbildung 1: Haustaube (Columba livia domestica)  

 

 

Haustaube - Verbreitung und Verhalten: Verwilderte Haustauben oder Straßentauben gehören in Deutschland in den meisten größeren und mittelgroßen Städten schon seit Jahrzehnten zum Stadtbild. Hier bilden die Tauben in teilweise großer Zahl Brutplatz-, Ruhe- oder Futterplatzgemeinschaften. Das Nest errichten die Straßentauben meist nur aus wenigen Zweigen. Oft findet man die Taubennester auf Dachböden oder Hausfassaden. Die Vorsprünge der Hausfassaden müssen allerdings breiter als zehn Zentimeter sein und dürfen keinem direkten Regeneinfall ausgesetzt sein. Pro Jahr können Haustauben mehr als vier mal brüten. Pro Brut werden aber stets nur zwei Jungvögel aufgezogen. Tauben ernähren sich hauptsächlich von Getreide und Getreideprodukten. Die typische Straßentaube frisst allerdings fast alles, wovon sich auch der Mensch ernährt.

 

 

Haustaube - Schadpotenzial: Die Haustaube gilt zugleich als Hygieneschädling und Materialschädling. An den Stellen, an denen Tauben brüten oder rasten, werden durch die ständige Abgabe von Exkrementen teure Säuberungs- und Sanierungsmaßnahmen an Dächern und Fassaden nötig. Auch aus medizinischer Hinsicht bereiten verwilderte Haustauben Probleme, da sie Parasiten und Infektionskrankheiten auf den Menschen übertragen können. Verwilderte Haustauben können mit mehr als einhundert humanpathogenen Krankheitserregern infiziert sein und diese Krankheitserreger prinzipiell auch auf Menschen und Haustiere übertragen. Im Einzelnen können Viren, Bakterien, Pilze, Einzeller, Bandwürmer, Saugwürmer, Nematoden, sowie zahlreiche Insekten-, Zecken- und Milbenarten übertragen werden. Besonders häufig sind Straßentauben von Taubenzecken (Argas reflexus) oder der Roten Vogelmilbe (Dermanyssus gallinae) befallen. Taubenkot spielt bei der Verbreitung von Krankheiten eine besonders wichtige Rolle.

 

Haustaube - Bekämpfen: Verschiedene mechanische Taubenabwehrsysteme verhindern, dass sich Straßentauben auf Hausfassaden, Vorsprüngen, Dachrinnen oder ähnlichem niederlassen um hier zu rasten oder zu brüten. Besonders häufig werden spezielle Vogelabwehrspitzen aus rostfreiem Metall verwendet um die Vögel abzuwehren. Innenhöfe und Fassaden werden am wirkungsvollsten durch eine Vernetzung geschützt. Das Töten von Straßentauben ist nur in Einzelfällen gestattet. Wer Straßentauben ohne behördliche Genehmugung tötet macht sich strafbar!

 

Noch mehr Informationen zu Aussehen, Verbreitung, Verhalten, Schadpotenzial und Bekämpfen der Haustaube (Columba livia domestica)

 

 

Schädlinge & Ungeziefer

Impressum