Institut für Schädlingskunde

Rotbrauner Leistenkopfplattkäfer



Hier erfahren Sie alles Wissenwerte über Aussehen, Verbreitung, Verhalten, Schadpotenzial und Bekämpfen des Rotbraunen Leistenkopfplattkäfers (Cryptolestes ferrugineus).



Wissenschaftliche Bezeichnung: Cryptolestes ferrugineus (STEPHENS, 1831)

 

Rotbrauner Leistenkopfplattkäfer - Aussehen: Der Rotbraune Leistenkopfplattkäfer wird der Familie der Plattkäfer (Cucujidae) zugeordnet. Die Imagines weisen einen dorsoventral abgeflachten Habitus auf, worauf auch der deutsche Trivialname Bezug nimmt. Die Käfer sind schlank, erreichen eine Länge von ungefähr 2 mm und haben eine rotbraune Färbung. Charakteristisch sind die am Rande von Kopf und Halsschild (Pronotum) verlaufenden Längsleisten. Die elfgliedrigen Antennen der Rotbraunen Leistenkopfplattkäfer erreichen ungefähr die Hälfte der Körperlänge. Männchen haben etwas längere Antennen als die Weibchen. Die weißen, wenig behaarten Larven besitzen eine bräunliche Kopfkapsel und sind lang und schmal gebaut. Das Hinterende von Cryptolestes ferrugineus weist am letzten Abdominalsegment, das rötlichbraun gefärbt ist, zwei hakenförmige Fortsätze auf. Vor der Verpuppung erreichen die Larven eine Länge von 3,5 bis 4,5 Millimeter.

 

 
Abbildung 1: Rotbrauner Leistenkopfplattkäfer (Cryptolestes ferrugineus)  

 

 

Rotbrauner Leistenkopfplattkäfer - Verbreitung und Verhalten: Der Rotbraune Leistenkopfplattkäfer tritt nahezu weltweit auf. Die bis zu 350 Eier messen rund 0,6 mm und werden einzeln in Mehl oder Bruchgetreide abgelegt. Nach vierfacher Häutung verpuppt sich die Larve in einem Kokon, der häufig in der Nähe des Keimlings eines Getreidekorns gesponnen wird. Der Entwicklungszyklus des Rotbraunen Leistenkopfplattkäfers beträgt im Sommer rund 5 Wochen und kann sich bei niedrigeren Temperaturen auf 12 Wochen verlängern. Bei einem Massenbefall bewirken die erhöhten Temperaturen innerhalb des Getreides sogar eine noch schnellere Entwicklung der Käfer. Bei einer Temperatur von 32°C und 60 bis 90 % relativer Luftfeuchtigkeit dauert die gesamte Entwicklung vom Ei bis zum Käfer nur noch 23 bis 27 Tage. Unter diesen Bedingungen kann die Zahl der Tiere innerhalb eines Monats um das 50-fache zunehmen. Aufgrund dieser kurzen Generationsfolge ist der Rotbraune Leistenkopfplattkäfer ein gefürchteter Vorratsschädling. Bei Temperaturen von weniger als 17,5°C erfolgt keine Eiablage mehr. Die Käfer können Kälte allerdings recht gut überstehen. Im Laborversuch überlebten 17 % der Versuchstiere für 25 Tage eine Temperatur von -2°C. -4°C überstanden 11,2 Prozent der Käfer über einen Zeitraum von 26 Tage. Die Präimaginalstadien von Cryptolestes ferrugineus können Kälte sogar noch besser überstehen als die adulten Leistenkopfplattkäfer.

 

 

Rotbrauner Leistenkopfplattkäfer - Schadpotenzial: Sowohl die Käfer, als auch die Larven von Cryptolestes ferrugineus schädigen verschiedene Vorräte. Sie befallen vor allem Bruchgetreide sowie Getreide, dessen Hülle bereits mechanisch geschädigt ist und fressen in der Regel zunächst den Keimling. Daneben werden auch Mehl, Zwieback und andere Getreideprodukte befallen. Der Rotbraune Leistenkopfplattkäfer kann sich aber auch an Ölfrüchten wie zum Beispiel Sonnenblumenkernen entwickeln. Wird ein Befall zu spät erkannt, kommt es in Lagergetreide häufig zu Verklumpungen, die mehrere Meter Durchmesser haben können und die sich in der Regel einen halben Meter unter der Getreideoberfläche befinden. Das Getreide backt in solchen Fällen betonartig zusammen und kann nicht mehr gefördert werden. Das durch den Käferbefall verklumpte Getreide muss mit hohem Arbeitsaufwand ausgegraben werden. Bei der anschließenden Zerkleinerung müssen nicht selten sogar Presslufthämmer eingesetzt werden.

 

Rotbrauner Leistenkopfplattkäfer - Bekämpfen: Wird Getreide in Silos unter trockenen Bedingungen und niedrigen Temperaturen gelagert, kann ein Befall mit dem Rotbraunen Leistenkopfplattkäfer in der Regel verhindert werden. Zur Behandlung können befallene Lebensmittel in gasdichten Containern mit Stickstoff, Kohlendioxid und Phosphorwasserstoff begast werden. Allerdings müssen vor allem die inerten Gase Stickstoff (N2) und Kohlendioxid (CO2) lange einwirken um bei einem Befall mit Cryptolestes ferrugineus zu einem Bekämpfungserfolg zu führen. Die benötigte Einwirkzeit wird durch den Einsatz von hohem Druck deutlich verkürzt (sog. Druckentwesung).

 

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