Institut für Schädlingskunde

Gemeiner Speckkäfer

 

Hier erfahren Sie alles Wissenwerte über Aussehen, Verbreitung, Verhalten, Schadpotenzial und Bekämpfen des Gemeinen Speckkäfers (Dermestes lardarius)

 

Wissenschaftliche Bezeichnung: Dermestes lardarius LINNAEUS, 1758

 

Gemeiner Speckkäfer - Aussehen: Der Gemeine Speckkäfer ist eine sieben bis 9,5 Millimeter große Speckkäferart, die an den zweifarbigen Flügeldecken gut zu identifizieren ist. Die vordere Hälfte der Flügeldecke ist von gelblichen Haaren bedeckt. Charakteristisch sind in diesem Bereich zudem drei schwarze Punkte. Die hintere Hälfte der Flügeldecke ist schwarz.

 

 
Abbildung 1: Gemeiner Speckkäfer (Dermestes lardarius)   Abbildung 2: Gemeiner Speckkäfer (Dermestes lardarius) - Ventralansicht

 

 

Gemeiner Speckkäfer - Verbreitung und Verhalten: Dermestes lardarius stammt ursprünglich aus Eurasien, ist aber mittlerweile weltweit verbreitet. In Deutschland kommt diese Spaeckkäferart vermutlich flächendeckend vor. Nach der Überwinterung als Puppe schlüpfen die Käfer meist Anfang April. Bei Temperaturen ab 16 °C kommt es zur Begattung. Optimal für die Entwicklung dieser Speckkäferart ist eine Temperatur von 25 °C, sowie eine relative Luftfeuchtigkeit von 65 Prozent. Unter diesen Bedingungen beträgt die Entwicklungsdauer nur rund sechs Wochen. In Mitteleuropa wird unter Freilandbedingungen in der Regel nur eine Generation pro Jahr ausgebildet. Lediglich unter günstigen Bedingungen kann eine zweite Generation von Dermestes lardarius auftreten. Unter Freilandbedingungen ernähren sich die Larven hauptsächlich von Aas, wodurch dem Gemeinen Speckkäfer eine wichtige Rolle bei der Beseitigung von Tierkadavern zukommt. Die weiblichen Speckkäfer können Tierkadaver aus größerer Entfernung finden, da sie von Aasgeruch angelockt werden. Ihr häufiges Auftreten in Messiwohnungen ist aufgrund dieser Fähigkeit zu erklären. Regelmäßig findet man diese Speckkäferart auch in Gebäuden, in denen Stadttauben (Columba livia domestica) leben. Hier ernähren sich die Speckkäferlarven von Federn und Taubenkadavern.

 

 

Gemeiner Speckkäfer - Schadpotenzial: Der Gemeine Speckkäfer ist gleichzeitig als Hygieneschädling und Materialschädling anzusehen. Das Schadpotenzial von Dermestes lardarius kann unter Umständen sehr hoch sein. In Supermärkten, Lagern, Privathaushalten oder Museen fressen die Larven von Dermestes lardarius unter anderem an Speck, Schinken, Wurst, hartem Käse, Eiernudeln, Trockenfisch, Tierpräparaten, Insektensammlungen, Leder oder Rohfellen. Da sie in der Lage sind Keratin zu verdauen, können sie sich auch von Federn, Wolltextilien und Fellen ernähren und so Textilien und Pelze zerstören. Zur Verpuppung bohren sich die Larven von Dermestes lardarius in feste, aber nicht zu harte Materialien ein. Die Puppenwiege wird zum Beispiel in Holz, Kork, Pappe, Papierstapeln, Styropor, Tabakballen oder Mörtel angelegt. Falls Speckkäfer in Massen auftreten, oder jahrelang nicht bekämpft werden, kann es durch dieses Verhalten auch zu massiven Schäden an Möbeln und anderen Einrichtungsgegenständen kommen (siehe auch unser Praxisbeispiel: Speckkäfer - Lebensweise & Bekämpfung).

 

Gemeiner Speckkäfer - Bekämpfen: Liegt ein Befall mit dem Gemeinen Speckkäfer vor, so muss zunächst die Befallsursache geklärt werden. Dann müssen die Entwicklungsstätten der Larven ausfindig gemacht und beseitigt werden. Problematisch ist bei der Bekämpfung von Dermestes lardarius, dass sich die Larven zur Verpuppung in unzugängliche Hohlräume zurückziehen oder sich sogar in Materialien wie Holz oder Kork einbohren können. Daher sind die Puppen des Gemeinen Speckkäfers praktisch nicht zu bekämpfen. Erst die ausschlüpfenden Käfer können wieder mit Kontaktinsektiziden wie zum Beispiel Pyrethrum oder Lamda-Cyhalothrin bekämpft werden. Um die Käfer am Ausschlüpfen zu hindern sind auch bauliche Maßnahmen, wie das Verlegen eines dichten Bodens (Laminat, PVC), geeignet.

 

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