Institut für Schädlingskunde

Genetzte Ackerschnecke



Hier erfahren Sie alles Wissenwerte über Aussehen, Verbreitung, Verhalten, Schadpotenzial und Bekämpfen der Genetzten Ackerschnecke (Deroceras reticulatum).



Wissenschaftliche Bezeichnung: Deroceras reticulatum (O. F. MÜLLER, 1774)

 

Genetzte Ackerschnecke - Aussehen: Die Genetzte Ackerschnecke ist eine Nacktschneckenart und erreicht eine Körperlänge von vier bis sechs Zentimeter. Die Schnecken sind meist gelblichweiß bis braun gefärbt. Charakteristisch für Deroceras reticulatum ist eine netzartige, schwärzliche Zeichnung, auf die auch der deutsche Artname hinweist. Die Kriechsohle ist bei den Schnecken hellgrau gefärbt. Jungtiere der Genetzten Ackerschnecke haben eher eine hellbeige Färbung.

 

 
Abbildung 1: Genetzte Ackerschnecken (Deroceras reticulatum) bei der Paarung  

 

 

Genetzte Ackerschnecke - Verbreitung und Verhalten: Deroceras reticulatum kommt natürlicherweise in Europa und Nordafrika vor. Darüber hinaus wurde die Genetzte Ackerschnecke auch nach Nordamerika eingeschleppt. Sehr häufig findet man diese Schadschnecken auf Äckern und in Gemüsegärten. Der Körper der Genetzten Ackerschnecke besteht zu 85 % aus Wasser. Aufgrund des fehlenden Gehäuses besitzen die Tiere nur einen geringen Verdunstungsschutz und müssen ständig Wasser über die Haut oder aber über die Nahrung aufnehmen. Um einer möglichen Austrocknung zu entgehen sind die Schnecken daher überwiegend nachtaktiv. Am Tage verstecken sie sich unter Steinen, in Pflanzenmaterial oder in den oberen Bodenschichten. Falls die Temperaturen über Null liegen, kann die Genetzte Ackerschnecke ganzjährig aktiv sein. Deroceras reticulatum frisst zahlreiche Gemüse- und Zierpflanzen. Besonders Kohl wird von diesen Schadschnecken gerne gefressen. Die Genetzte Ackerschnecke ist sehr ortstreu und entfernt sich nachts meist nicht weiter als 1,5 Meter von ihrem Tagesversteck. Deroceras reticulatum ist ein Zwitter, das heißt, dass jedes Individuum sowohl männliche, als auch weibliche Geschlechtsorgane besitzt. Deroceras reticulatum legt die Eier im Herbst im Boden, unter Brettern oder Steinen ab. In Mitteleuropa entsteht pro Jahr lediglich eine Generation der Genetzten Ackerschnecke.

 

 

Genetzte Ackerschnecke - Schadpotenzial: Genetzte Ackerschnecken sind Pflanzenschädlinge und können in der Landwirtschaft, sowie in Privatgärten beträchtliche Schäden anrichten. Problematisch sind nicht nur die Fraßschäden, die die Tiere anrichten. Häufig siedeln sich an den Fraßstellen Pilze oder Bakterien an, wodurch die Pflanzen verrotten. Vor allem Gemüse kann nicht mehr verkauft werden, wenn sich Schleimspuren oder Schneckenkot auf den Pflanzen befinden.

 

Genetzte Ackerschnecke - Bekämpfen: Schneckenzäune verhindern, dass Genetzte Ackerschnecken und andere Schadschnecken in Gemüsebeete eindringen können. Zur direkten Bekämpfung von Deroceras reticulatum können Präparate mit den Wirkstoffen Eisen(III)-Phosphat, Metaldehyd oder Methiocarb eingesetzt werden. Der Wirkstoff Eisen(III)-Phosphat führt dazu, dass die Schnecken sehr schnell das Fressen einstellen und nach ein paar Tagen verenden. Metaldehyd ruft bei den Genetzten Ackerschnecken eine starke Schleimabsonderung hervor, so dass diese vor allem bei trockenem, warmem Wetter rasch austrocknen. Methiocarb ist dagegen ein Nervengift. Schnecken, die diesen Wirkstoff aufgenommen haben werden zunächst sehr aktiv. Später verlieren sie den Muskeltonus und sterben letztendlich.

 

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