Institut für Schädlingskunde

Mittlere Wespe

 

Hier erfahren Sie alles Wissenwerte über Aussehen, Verbreitung, Verhalten, Schadpotenzial und Bekämpfen der Mittleren Wespe (Dolichovespula media)

 

Wissenschaftliche Bezeichnung: Dolichovespula media (RETZIUS, 1783)

 

Mittlere Wespe - Aussehen: Die Mittlere Wespe ist hinter der Hornisse (Vespa crabro) unsere zweitgrößte einheimische Vespidenart. Weibchen von Dolichovespula media werden bis zu 22 Millimeter groß, während Männchen und Arbeiterinnen maximal 19 Millimeter erreichen können. Da die Weibchen der Mittleren Wespe mit ihrem dunkelbraun bis rötlich gefärbten Bruststück den Hornissenarbeiterinnen ähneln, wird die Art häufig auch als Kleine Hornisse bezeichnet. Die Färbung der Arbeiterinnen ist dagegen ausschließlich schwarz und gelb (siehe Abbildung 1).

 

 
Abbildung 1: Mittlere Wespe (Dolichovespula media) - Arbeiterin  

 

 

Mittlere Wespe - Verbreitung und Verhalten: Die Kolonien der Mittleren Wespe sind klein und bestehen aus maximal 300 Individuen. Das zitronenförmige Nest wird meist im Gezweig von Bäumen oder im Gebüsch errichtet und erreicht maximal die Größe eines Fußballs. Die Nesthülle weist nur im oberen Bereich offene Lufttaschen auf und besitzt eine relativ glatte Oberfläche (siehe Abbildung 2). Die Färbung der Nesthülle ist hellgrau mit zahlreichen weißlichen, grünen oder rötlichen Streifen. Zur Versorgung der Larven erbeuten die Arbeiterinnen hauptsächlich Fliegen. Die Arbeiterinnen selbst ernähren sich hauptsächlich von Blütennektar. Verglichen mit anderen Vespiden ist der Lebenszyklus von Dolichovespula media relativ kurz. Die Kolonien werden in der Regel Ende April bis Anfang Mai gegründet. Die Völker bestehen dann meist nur bis Ende September. Lediglich die begatteten Jungweibchen überwintern. Der Rest des Volkes stirbt im Herbst ab.

 

 
Abbildung 2: Mittlere Wespe (Dolichovespula media) - Nest  

 

 

Mittlere Wespe - Schadpotenzial: Dolichovespula media gilt allgemein nicht als besonders lästige oder gar schädliche Wespenart und verhält sich nur bei Störungen in direkter Nestnähe aggressiv. Wie bei allen Wespen kann der Stich der Mittleren Wespe in seltenen Fällen eine Allergie auslösen. Wie die Hornisse (Vespa crabro) steht auch die Mittlere Wespe auf der "Roten Liste" der gefährdeten Tier- und Pflanzenarten. Bekämpfungsaktionen sind daher generell zu vermeiden. Können Nester nicht an ihrem Standort toleriert werden, so sollten diese vom Spezialisten umgesiedelt werden.

 

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Mittlere Wespe - Bekämpfen: Besonders die Nester der recht seltenen Mittleren Wespe werden häufig aus Unkenntnis zerstört, da sie im Vergleich mit den Nestern anderer Wespenarten, wie zum Beispiel der Gemeinen Wespe (Paravespula vulgaris) oder der Deutschen Wespe (Paravespula germanica) leicht zugänglich sind. Dies hat dazu geführt, dass Dolichovespula media vielerorts selten geworden ist. Da Wespen andere Insekten (besonders Fliegen) erbeuten, spielen sie im Ökosystem eine wichtige Rolle und sollten möglichst nicht bekämpft werden. Können Nester nicht an ihrem Standort toleriert werden, so sollten die Kolonien fachmännisch umgesiedelt werden. Wir vermitteln Ihnen gerne Adressen von Betrieben, die sich auf das Umsiedeln von Wespen- und Hornissenvölkern spezialisiert haben.

 

Noch mehr Informationen zu Aussehen, Verbreitung, Verhalten, Schadpotenzial und Bekämpfen der Mittleren Wespe (Dolichovespula media)

 

 

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