Institut für Schädlingskunde

Tropische Speichermotte



Hier erfahren Sie alles Wissenwerte über Aussehen, Verbreitung, Verhalten, Schadpotenzial und Bekämpfen der Tropischen Speichermotte (Ephestia cautella).



Wissenschaftliche Bezeichnung: Ephestia cautella (WALKER, 1863)

 

Tropische Speichermotte - Aussehen: Die Falter von Ephestia cautella erreichen eine Vorderflügellänge von sieben bis neun Millimetern. Die Grundfarbe des Vorderflügels ist braungrau. Die Hinterflügel sind hellgrau gefärbt. Innerhalb eines Zeitraums von zwei Wochen legen die Weibchen mehr als 500 Eier ab, die eine Größe von rund 0,4 × 0,3 Millimeter aufweisen. Die Larven von Ephestia cautella sind hell gefärbt und besitzen eine bräunliche Kopfkapsel. Die Wärme liebenden Tropischen Speichermotten können sich innerhalb eines Temperaturbereiches von 15 bis 36°C sowie bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 20 bis 90 % fortpflanzen. Niedrigere Temperaturen können die Tiere dagegen höchstens kurzfristig überleben. Unter Laborbedingungen starben frisch geschlüpfte Larven der Tropischen Speichermotte bei 10°C innerhalb von 35 Tagen komplett ab.

 

   
Abbildung 1: Tropische Speichermotte (Ephestia cautella) - Falter
  Abbildung 2: Tropische Speichermotte (Ephestia cautella) - Larve  

 

   
Abbildung 3: Tropische Speichermotte (Ephestia cautella) - Puppe
   Abbildung 4: Die Mehlmotte (Ephestia kuehniella) gehört in dieselbe Gattung wie die Tropische Speichermotte (Ephestia cautella)  

 

 

Tropische Speichermotte - Verbreitung und Verhalten: Die Tropische Speichermotte stammt vermutlich ursprünglich aus Vorderasien. Mittlerweile ist dieser Vorratsschädling allerdings weltweit verbreitet. Die Larve der Tropischen Speichermotte macht keine Diapause durch. In geheizten Vorratslagern oder Lebensmittelverarbeitenden Betrieben können sich daher bis zu sechs Generationen von Ephestia cautella pro Jahr entwickeln. Bei einer konstanten Temperatur von 27°C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 60 % ist die Entwicklung vom Ei bis zum Falter nach nur dreiundzwanzig Tagen abgeschlossen.

 

Tropische Speichermotte - Schadpotenzial: Ephestia cautella ist ein gefährlicher Vorratsschädling. In den Tropen und Subtropen tritt die Tropische Speichermotte als Schädling an Getreide, Mais, Reis, Kakaobohnen, Kopra, Erdnüssen, Datteln, Feigen oder Bohnen auf. Zusammen mit dem Rotbraunen Reismehlkäfer (Tribolium castaneum) wird die Tropische Speichermotte häufig mit Nüssen, Datteln und Kakaobohnen nach Deutschland eingeschleppt. Befallene Vorräte werden mit Fraßmehl und Kot der Larven verunreinigt. Darüber hinaus werden die Vorräte von einem dichten Gespinst aus Spinnfäden überzogen. Lebensmittel, die von Ephestia cautella befallen sind, sollten umgehend entsorgt werden.

 

 

Tropische Speichermotte - Bekämpfen: Tritt die Tropische Speichermotte in Getreidesilos oder anderen Lagerräumen auf, so sollten im Vorfeld von Bekämpfungsmaßnahmen zunächst Daten zur Befallsituation erhoben werden. Hierzu werden Pheromonfallen eingesetzt, die die Männchen der Tropischen Speichermotte angelocken. Zur direkten Bekämpfung von Ephestia cautella können Kontaktinsektizide eingesetzt werden. Meist werden so genannte Insektenstrips eingesetzt, die einen insektiziden Wirkstoff an die Raumluft abgeben. Alternativ können die Kontaktinsektizide auch mit Nebelautomaten in den zu behandelnden Räumen verteilt werden. Stickstoff und Kohlendioxid werden zur Sauerstoffverdrängung in befallener Ware eingesetzt, so dass es durch Sauerstoffmangel zu einem Absterben sämtlicher Stadien der Tropischen Speichermotte kommt. Palletierte Ware kann unter Einsatz dieser Technik in gasdicht verschlossenen Containern, bei einer gleichzeitigen Temperaturerhöhung auf 35°C oder einem erhöhten Druck (>30 bar), vollständig von einem Befall mit Ephestia cautella befreit werden. Zur Bekämpfung von Tropischen Speichermotten in Silos kann auch Phosphorwasserstoff eingesetzt werden.

 

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