Institut für Schädlingskunde

Große Frostspanner bekämpfen



Hier erfahren Sie alles Wissenswerte über Aussehen, Verbreitung, Verhalten, Schadpotenzial und Bekämpfen von Erannis defoliaria (Großer Frostspanner)



Wissenschaftliche Bezeichnung: Erannis defoliaria (CLERCK, 1759)

 

Großer Frostspanner - Aussehen: Der Große Frostspanner wird etwas größer als der Kleine Frostspanner (Operophtera brumata) und erreicht eine Flügelspannweite von 3 bis 4 cm. Allerdings besitzen nur die Männchen von Erannis defoliaria Flügel. Die Weibchen sind ungeflügelt und fallen zudem durch ihre besondere Färbung auf – der ganze Körper ist schwarz-gelb gescheckt. Die Raupen erreichen eine Maximallänge von 35 mm und sind mehr oder weniger bräunlich gefärbt. Sowohl die Flügelzeichnung der Männchen, als auch die Färbung der Raupen sind beim Großen Frostspanner relativ variabel.

 

   
Abbildung 1: Die Männchen von Erannis defoliaria (Großer Frostspanner) sind meist in den Monaten Oktober und November aktiv
  Abbildung 2: Eine Raupe von Erannis defoliaria (Großer Frostspanner) zeigt den für Spannerraupen typischen „Katzenbuckel“  

 

   
Abbildung 3: Die Männchen von Erannis defoliaria (Großer Frostspanner) können recht variabel gefärbt sein
  Abbildung 4: Die Raupen von Erannis defoliaria (Großer Frostspanner) ernähren sich von Blättern verschiedener Laubbäume wie Eichen oder Hainbuchen  

 

 

Großer Frostspanner - Verbreitung und Verhalten: Der Große Frostspanner kommt von Westeuropa bis nach Ostasien vor. Hier besiedelt diese Schmetterlingsart die Mittelgebirge bis zu einer Höhe von 1.200 Meter. Die Hauptflugzeit der Falter liegt in den Monaten Oktober und November, also in einer Zeit in der die ersten Nachtfröste auftreten können. Aus diesem Grund erhielt die Art auch ihre deutsche Bezeichnung. Die flügellosen Weibchen erklimmen in dieser Zeit die Baumkronen von verschiedenen Laubbäumen und werden hier von den Männchen begattet. Kurz nach der Paarung legen die Weibchen von Erannis defoliaria ihren gesamten Eivorrat an dünnen Zweigen im Kronbereich ab. Die Raupen schlüpfen im darauffolgenden Frühjahr und fressen zunächst an Knospen, später auch an Blättern und Blüten von verschiedenen Laubgehölzen. Ende Juni seilen siesich mit Hilfe eines Spinnfadens aus der Baumkrone ab und verpuppen sich in der obersten Bodenschicht.

 

 

Großer Frostspanner - Schadpotenzial: Der Große Frostspanner ist ein Pflanzenschädling, der bei einem massenhaften Auftreten Bäume komplett kahl fressen kann. Befallen werden ausschließlich Laubbäume. In der Regel kommt der Große Frostspanner gemeinsam mit dem Kleinen Frostspanner (Operophtera brumata) vor. An Eichen tritt er häufig zusammen mit dem Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) oder dem Schwammspinner (Lymantria dispar) auf.

 

 

Großer Frostspanner - Bekämpfen: Die Raupen aller vier genannten Schmetterlingsarten lassen sich mit Fraßgiften bekämpfen, die auf die Blätter der befallenen Laubbäume gesprüht werden. Bewährt haben sich zum Beispiel die Pflanzenschutz-Präparate Karate Forst flüssig mit dem Wirkstoff Lambda-Cyhalothrin und Dipel ES mit dem darin enthaltenen Bacillus thuringiensis-Endotoxin. Um zu verhindern, dass die flugunfähigen Weibchen von Erannis defoliaria in die Baumkronen gelangen können um hier ihre Eier abzulegen, müssen die Stämme von Obstbäumen und anderen Laubgehölzen im Herbst mit Leimringen gesichert werden.

 

   
Abbildung 5: Der Kleine Frostspanner (Operophtera brumata) ist ähnlich gefärbt wie der Große Frostspanner (Erannis defoliaria)
  Abbildung 6: Der Schwammspinner (Lymantria dispar) ist wie der Große Frostspanner (Erannis defoliaria) ein Pflanzenschädling  

 

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