Institut für Schädlingskunde

 

 

Getreidemotte

Wissenschaftlicher Artname der Getreidemotte: Sitotroga cerealella (OLIVIER, 1789)

 

Wie sehen Getreidemotten aus? Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von ungefähr 18 sowie eine Länge von ca. 8 mm. Sowohl die Vorder- als auch die Hinterflügel sind lang gestreckt, zugespitzt und tragen am Hinterrand lange Fransen. Auf den lehmgelb bis bräunlich gefärbten Vorderflügeln befinden sich vereinzelte, schwarze Schuppen. Die Hinterflügel von Sitotroga cerealella sind grau gefärbt.

 

 
Abb. 1: Die Getreidemotte (Sitotroga cerealella) ist weltweit einer der wichtigsten Getreideschädlinge   Abb. 2: Lagergut wie Getreide wird durch den Kot und die Gespinste der Getreidemottenlarven (Sitotroga cerealella) verunreinigt

 

Wo leben Getreidemotten? Die Getreidemotte stammt ursprünglich vermutlich aus Mexiko. Mittlerweile ist dieser wichtige Vorratsschädling nahezu weltweit verbreitet, wobei das Vorkommen der Tiere in gemäßigten Klimazonen auf beheizte Gebäude beschränkt ist. Aufgrund ihrer tropischen Herkunft ist die Getreidemotte nicht in der Lage niedrige Temperaturen zu überleben. Die Weibchen von Sitotroga cerealella legen im Lauf ihres Lebens bis zu 400 Eier an Getreide und anderen Nahrungssubstraten ab. Aus den ca. 0,5 mm großen Eiern schlüpfen nach spätestens 14 Tagen rund 1 mm lange, rötlichgelbe Larven, die sich sofort in ihre Nahrungssubstrate einbohren. Die gesamte Entwicklung der Larve vollzieht sich im Getreidekorn, das vollständig ausgehöhlt wird. Der schlüpfende Falter verlässt das Brutsubstrat durch eine Öffnung im Korn, die bereits von der Larve angelegt wurde. Der Falterflug erfolgt in Mitteleuropa von Mai bis Juni.

 

Welche Schäden richten Getreidemotten an? Die Larven der Getreidemotte befallen vor allem Getreide, aber auch andere Nahrungsmittel. Bei Weizen können durch die Fraßschäden Masseverluste von bis zu 50 % entstehen. Das Lagergut wird durch den Kot und die Gespinste der Larven verunreinigt und ist daher für eine Weiterverarbeitung zu Lebensmitteln nicht geeignet. Sekundär kann das entstehende Fraßmehl verschimmeln und von Milben besiedelt werden. Die Verbreitung der Getreidemotte geschieht in Mitteleuropa hauptsächlich durch befallene Lebensmittel.

 

Wie kann man Getreidemotten vernichten? Getreide mit einer Substratfeuchte von weniger als 9 % wird nicht von Getreidemotten befallen. Daher kann allein durch sachgemäße Lagerung des Vorratsgutes (trocken und kühl) einem Befall mit diesem Vorratsschädling vorgebeugt werden. In Lebensmittellagern wird zur Bekämpfung der Getreidemotte das leichtflüchtige Kontaktinsektizid Dichlorvos eingesetzt. Ziel der Bekämpfungsmaßnahmen sind herumfliegende Falter und die auf der Oberfläche des Lagerguts abgelegten Eier. Meist werden sog. Insektenstrips eingesetzt, die den Wirkstoff über einen Zeitraum von mehreren Wochen hinweg an die Raumluft abgeben. Zur biologischen Bekämpfung von Sitotroga cerealella können parasitische Schlupfwespen eingesetzt werden. Bei Lariophagus distinguendus handelt es sich um einen sog. Larvalparasitoid, der die im Inneren der Getreidekörner lebenden Getreidemottenlarven parasitiert. Die Schlupfwespe Trichogramma evanescens ist dagegen ein Eiparasitoid, der seine winzig kleinen Eier in die wesentlich größeren Eier der Getreidemotten ablegt. Anschließend entwickeln sich die Larven der Eiparasitoide in den parasitierten Eiern von Sitotroga cerealella.

 

Hier erfahren Sie noch mehr Wissenswertes über Getreidemotten (Sitotroga cerealella).

 

 

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