Institut für Schädlingskunde

 

 

Getreideplattkäfer

Wissenschaftlicher Artname des Getreideplattkäfers: Oryzaephilus surinamensis (LINNAEUS, 1758)

 

Wie sehen Getreideplattkäfer aus? Wie die deutsche Bezeichnung schon andeutet, weist der schmale und mit 2,2 bis 3,3 mm relativ kleine Käfer einen dorsoventral abgeflachten Habitus auf. Getreideplattkäfer sind graubraun gefärbt. Charakteristisch für Oryzaephilus surinamensis ist vor allem die Form des Halsschilds. Auf beiden Seiten des Halsschilds befinden sich jeweils sechs vorspringende, etwa gleich große und spitze Zähnchen. Außerdem verlaufen drei Längsleisten auf dem Halsschild.

 

 
Abbildung 1: Der Getreideplattkäfer (Oryzaephilus surinamensis) gehört weltweit zu den bedeutendsten Vorratsschädlingen   Abbildung 2: Das Halsschild des Getreideplattkäfers (Oryzaephilus surinamensis) weist auf beiden Seiten jeweils sechs vorspringende, etwa gleich große und spitze Zähnchen auf

 

Wo leben Getreideplattkäfer? Oryzaephilus surinamensis ist mittlerweile weltweit verbreitet. Mit Hilfe einer langen Legeröhre platziert das Weibchen täglich bis zu zehn Eier einzeln direkt im Brutsubstrat (z. B. Müsli). Insgesamt können so bis zu 500 Eier abgelegt werden. Unter optimalen Bedingungen, d. h. 31 bis 35°C und 70 bis 80 % relativer Luftfeuchtigkeit dauert die Entwicklung vom Ei bis zum Käfer lediglich 20 bis 25 Tage. Dieser kurze Entwicklungszyklus ist der Grund dafür, dass sich eine Population des Getreideplattkäfers bei optimalen Bedingungen innerhalb von sechs Wochen um den Faktor 70 bis 100 vermehren kann. Die Lebensdauer der adulten Getreideplattkäfer kann bis zu drei Jahre betragen.

 

Welche Schäden richten Getreideplattkäfer an? Der Getreideplattkäfer und seine Larven ernähren sich von verschiedenen Getreideprodukten, Mehl, Müsli, Keksen und anderen kohlehydratreichen Nahrungsmitteln. Sie befallen aber auch ölhaltige Samen, Backobst und Rosinen. Die Larven von Oryzaephilus surinamensis sind in der Lage durch kleinste Öffnungen auch in abgepackte Ware einzudringen. In Mühlen oder Getreidelagern fressen sowohl Käfer als auch Larven v. a. an Bruchgetreide bzw. an Getreide, das von anderen Schädlingen bereits vorgeschädigt ist. In Getreidelagern ist die Art daher ein typischer Sekundärschädling. Die befallene Ware ist von Kotpartikeln, leeren Larven- und Puppenhüllen sowie von Mehlstaub durchsetzt. Bei einer starken Vermehrung der Käfer bilden sich im Lagergut sog. „Nester“ und lokal kommt es zu einer Erwärmung der befallenen Ware. Dies führt zu einer weiteren Beschleunigung der Entwicklung. Letztendlich steigt die Feuchtigkeit im Brutsubstrat durch die Stoffwechselaktivität der Tiere stark an und es setzt ein verstärktes Pilzwachstum ein. Dies wiederum führt dazu, dass sich vorratsschädliche Milbenarten wie die Mehlmilbe (Acarus siro) explosionsartig vermehren können. Diese sog. „Nester“ mit vermehrtem Käferbefall treten überwiegend an der Oberfläche des Getreides auf.

 

Wie kann man Getreideplattkäfer vernichten? In Lebensmittelverarbeitenden Betrieben kann befallenes Lagergut mit Phosphorwasserstoff begast werden. Auch das Kontaktinsektizid Pirimiphosmethyl konnte früher zur Bekämpfung von Getreideplattkäfern eingesetzt werden. Im Gegensatz zu gasförmigen Insektiziden bot Pirimiphosmethyl einen gewissen Langzeitschutz gegen frei lebende Vorratsschädlinge wie Oryzaephilus surinamensis. Das Ameisenwespchen (Cephalonomia tarsalis) ist ein Larvalparasitoid und parasitiert ausschließlich die Larven des Getreideplattkäfers und des Erdnußplattkäfers (Oryzaephilus merctor). Zur Behandlung von leeren Lagerräumen können das Kontaktinsektizid Pyrethrum, sowie Kieselgurpräparate verwendet werden.

 

Hier erfahren Sie noch mehr Wissenswertes über Getreideplattkäfer (Oryzaephilus surinamensis).

 

 

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