Institut für Schädlingskunde

 

 

Glanzkäfer (Carpophilus obsoletus)

 

Hier erfahren Sie alles über Erkennen, Vorkommen, Lebensweise, Schadwirkung und Bekämpfung der Glanzkäferart Carpophilus obsoletus.

 

Wissenschaftlicher Artname des Glanzkäfers: Carpophilus obsoletus ERICHSON (1843)

 

Glanzkäfer - Erkennen

Carpophilus obsoletus gehört wie der Getreidesaftkäfer (Carpophilus dimidiatus) oder der Backobstkäfer (Carpophilus hemipterus) in die Familie der Glanzkäfer. Diese dunkelbraun gefärbte Glanzkäferart wird zwischen 2,3 und 4,5 Millimeter lang. Auf den beiden Flügeldecken verläuft jeweils eine rötlichgelbe Querbinde. Wie bei Glanzkäfern üblich bedecken die Flügeldecken von Carpophilus obsoletus den Hinterleib nur zum Teil. Auf diese Weise sind die letzten beiden Hinterleibssegmente gut zu sehen. Die Fühler haben elf Glieder. Die letzten drei Segmente sind vergrößert und bilden eine deutlich abgesetzte, dunkel gefärbte Fühlerkeule.

 

Glanzkäfer (Carpophilus obsoletus)

Abbildung 1: Die Glanzkäferart Carpophilus obsoletus ist ein weltweit verbreiteter Vorratsschädling

Glanzkäfer (Carpophilus obsoletus) Kopfansicht

Abbildung 2: Kopfansicht des Glanzkäfers Carpophilus obsoletus

 

 

Glanzkäfer - Vorkommen und Lebensweise

Carpophilus obsoletus ist ein weltweit verbreiteter Vorratsschädling (Delobel & Tran, 1994), der ursprünglich vermutlich aus dem südostasiatischen Raum stammt (Audisio, 1993). Das Typusexemplar wurde aus Thailand beschrieben. In mehreren südeuropäischen Ländern kommt die Art im Freiland vor. In Mittel- und Nordeuropa können die Käfer nur in Vorratslagern oder lebensmittelproduzierenden Betrieben ganzjährig überleben. Im Freiland ernährt sich die Art unter anderem von Mais und überreifem Obst. Trotz seiner reduzierten Flügel kann diese Glanzkäferart gut fliegen. Die maximale Lebenserwartung im Freiland beträgt laut de Oude (2005) für die Weibchen von Carpophilus obsoletus 207 und für die Männchen 168 Tage. Die Männchen von Carpophilus obsoletus produzieren ein Aggregationspheromon, das sowohl Weibchen als auch Männchen anlockt (Petroski et al., 1994).

 

 

Glanzkäfer - Schadwirkung

Carpophilus obsoletus ist ein Vorratsschädling und Hygieneschädling, der aus den Tropen und Subtropen regelmäßig mit Nahrungsmittelimporten auch nach Mittel- und Nordeuropa gelangt. In Deutschland wurde diese Glanzkäferart zum Beispiel mehrmals in Kakaoimporten festgestellt, die über den Hamburger Hafen zu uns gelangten (Schlisske, 2004). Carpophilus obsoletus befällt unter anderem Getreide, Reis, Mais, Datteln, Feigen, getrocknete Bananen, kandierte Früchte, Erdnüsse, Kopra, Muskatnüsse, Kakaobohnen, Kaffeebohnen, Rosinen, Ananas oder Papaya. In Deutschland kann Carpophilus obsoletus zum Beispiel in Lebensmittelfabriken oder Vorratsspeichern als Vorratsschädling und Hygieneschädling auftreten. Die befallenen Nahrungsmittel werden durch den Kot der Glanzkäferlarven ungenießbar. In Folge des Glanzkäferbefalls können sich Schimmelpilze und Milben auf den angefressenen Nahrungsmitteln ausbreiten.

 

Glanzkäfer - Bekämpfung

Über den Großhandel kann Carpophilus obsoletus mit befallener Ware auch in Privathaushalte eingeschleppt werden. Befallene Lebensmittel sollten unbedingt sofort vernichtet werden, damit sich diese Vorratsschädlinge nicht noch weiter ausbreiten können. Wenn dieser Rat konsequent befolgt wird, sind Bekämpfungsmaßnahmen im Privathaushalt in der Regel überflüssig.

 

Backobstkäfer (Carpophilus hemipterus)

Abbildung 3: Der Backobstkäfer (Carpophilus hemipterus) ist nah mit Carpophilus obsoletus verwandt

Getreidesaftkäfer (Carpophilus dimidiatus)

Abbildung 4: Der Getreidesaftkäfer (Carpophilus dimidiatus) sieht Carpophilus obsoletus recht ähnlich

 

Weitere Informationen zu Erkennen, Vorkommen, Lebensweise, Schadwirkung und Bekämpfung der Glanzkäferart Carpophilus obsoletus.

 

 

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