Institut für Schädlingskunde

 

 

Großer Reismehlkäfer

Wissenschaftlicher Artname des Großen Reismehlkäfers: Tribolium destructor (UYTTENBOOGAART, 1934)

 

Wie sehen Große Reismehlkäfer aus? Der Große Reismehlkäfer aus der Familie der Schwarzkäfer (Tenebrionidae) wird bis zu 5,5 mm lang und maximal 1,5 mm breit. Die Käfer sind vom Habitus her relativ schmal. Ihre Färbung ist kastanien- bis dunkelbraun und stark glänzend. Mundwerkzeuge und Beine sind dagegen eher rotbraun gefärbt. Die Antennen von Tribolium destructor bestehen aus 11 Segmenten.

 

 
Abb. 1: Der Große Reismehlkäfer (Tribolium destructor) gehört in die Familie der Schwarzkäfer (Tenebrionidae)   Abb. 2: Kopfansicht des Großen Reismehlkäfers (Tribolium destructor)

 

Wo leben Große Reismehlkäfer? Die ursprünglich vermutlich aus Indien stammende Art tritt in Europa v. a. in Mühlen, Bäckereien und Haushalten als Vorratsschädling auf. Die Larven von Tribolium destructor fressen stets im Verborgenen. An Getreide bohren sie sich z. B. in die Getreidekörner ein. Der gesamte Entwicklungszyklus dauert bei einer Temperatur von 25°C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 75 % ca. 44 Tage. Die Käfer sind sehr langlebig. Bei 15 bis 20°C können sie bis zu 4 Jahre leben.

 

Welche Schäden verursachen Große Reismehlkäfer? Der Große Reismehlkäfer befällt v. a. Bruchgetreide oder Getreide, das bereits von anderen Schädlingen vorgeschädigt wurde. Außer in Getreide und Getreideprodukten wie Mehl wurde Tribolium destructor auch schon in Backwaren, Kartoffelflocken, Nudeln, Hundekuchen, Vogelfutter und Kleie gefunden. Befallene Ware wird durch den Kot der Tiere, sowie durch das staubfeine Fraßmehl verunreinigt. Wesentlich bedeutender ist allerdings die Kontamination der befallenen Lebensmittel durch die von den Tieren abgegebenen Chinone, denen eine carcinogene Wirkung zugesprochen wird.

 

Wie kann man Große Reismehlkäfer vernichten? Abgepackte Vorräte, die mit dem Großen Reismehlkäfer befallen sind, können mit Stickstoff, Kohlendioxid oder Phosphorwasserstoff begast werden. In Mühlen oder Bäckereien kann dieser Vorratsschädling auch durch eine Heißluftanwendung bekämpft werden. Der Einsatz hoher Temperaturen gegen Schadinsekten ist eine gängige Methode im Vorratsschutz. Allgemein gilt, dass bei einer Temperatur von 60°C eine dreiminütige und bei 55°C eine einstündige Exposition zum vollständigen Absterben aller Entwicklungsstadien der zu bekämpfenden Art führt. Bei Einsatz dieses thermischen Verfahrens ist darauf zu achten, dass alle Bereiche in dem jeweiligen Objekt den für einen Bekämpfungserfolg notwendigen hohen Temperaturen ausgesetzt sind. Andernfalls könnten einige Individuen von Tribolium destructor in geschützten Bereichen überleben.

 

Hier erfahren Sie noch mehr Wissenswertes über Große Reismehlkäfer (Tribolium destructor).

 

 

Informationen zu Hausungeziefer, Vorratsschädlingen, Hygieneschädlingen, Lästlingen und Pflanzenschädlingen

 

© Martin Felke - Institut für Schädlingskunde