Institut für Schädlingskunde

 

 

Hausmaus

 

Wissenschaftlicher Artname der Hausmaus: Mus musculus domesticus RUTTY, 1772

 

Wie sehen Hausmäuse aus? Die Hausmaus ist ein kleines Nagetier mit einer Kopf-Rumpflänge von maximal 10 cm. Ungefähr genauso lang ist der Schwanz. In Deutschland treten 3 Unterarten auf. Das Fell der häufigsten Unterart, Mus musculus domesticus, ist auf dem Rücken dunkelgrau und auf dem Bauch nur unwesentlich heller gefärbt (s. Abb. 1). Das Gewicht ausgewachsener Hausmäuse schwankt um 20 g. Wie sich unschwer an den großen Augen erkennen lässt, ist die Hausmaus nachtaktiv.

 

   
Abb. 1: Die Hausmaus (Mus musculus) ist mittlerweile weltweit verbreitet   Abb. 2: Die Hausmaus ist ein nachtaktiver Schadnager  

 

Wo leben Hausmäuse? Ursprünglich war die Hausmaus nur in Vorderasien heimisch, wurde aber im Gefolge des Menschen weltweit verbreitet. Mus musculus domesticus lebt meist in Gebäuden bzw. in der Nähe menschlicher Siedlungen, kann aber auch im Kulturland vorkommen. Hausmäuse, die in beheizten Gebäuden leben sorgen das ganze Jahr über für Nachkommen. In diesem Fall können die Weibchen pro Jahr 4 bis 6 mal Junge bekommen, wobei die Wurfgröße zwischen 4 und 8 Nachkommen schwankt. Bereits mit 45 Tagen können junge Hausmäuse geschlechtsreif werden. Obwohl Mus musculus domesticus ein Allesfresser ist, wird Getreide bevorzugt verzehrt. Hausmäuse sind dämmerungs- und nachtaktiv, leben in Familienverbänden und weisen ein ausgeprägtes Territorialverhalten auf.

 

Welche Schäden können Hausmäuse anrichten? Hausmäuse richten v. a. in Getreidelagern, lebensmittelverarbeitenden Betrieben und Supermärkten große wirtschaftliche Schäden durch Fraß und Verunreinigung von Nahrungsmitteln an. Bei einem Auftreten von Hausmäusen sollten unbedingt Bekämpfungsmaßnahmen ergriffen werden da sie, ähnlich wie Ratten, eine Reihe von Infektionskrankheiten auf den Menschen übertragen können. Die wichtigsten bakteriellen Krankheitserreger sind Leptospiren, Salmonellen und Pasteurellen. Darüber hinaus kann durch das Benagen von Isolierungen beträchtlicher Schaden an elektrischen Leitungen entstehen.

 

Wie kann man Hausmäuse bekämpfen? Eine Bekämpfung von Hausmäusen kann u. a. mit den allseits bekannten Mäusefallen erfolgen. Daneben lassen sich Hausmäuse mit vergifteten Ködern bekämpfen, die in speziell entwickelten Köderboxen angeboten werden. Die Präparate enthalten Wirkstoffe zur Blutgerinnung, die von den Mäusen zusammen mit dem Köder aufgenommen werden. Mehrere Tage nach Aufnahme des Gifts sterben die Tiere an inneren Blutungen. Aufgrund der Wirkungsverzögerung können andere Gruppenmitglieder nicht gewarnt werden und fressen daher ebenfalls von dem vergifteten Köder. Da die Substanzen in ähnlicher Weise auch auf den Menschen wirken, sollte man sich nach dem Befüllen der Köderboxen unbedingt gründlich die Hände waschen. Die Köderboxen müssen so aufgestellt werden, dass Kinder oder Haustiere den Köder nicht aufnehmen können. Details zur Mäusebekämpfung finden Sie auf der Extraseite "Mäuse bekämpfen".

 

Hier erfahren Sie noch mehr Wissenswertes über Hausmäuse (Mus musculus).

 

 

Informationen zu Hausungeziefer, Vorratsschädlingen, Hygieneschädlingen, Lästlingen und Pflanzenschädlingen

 

© Martin Felke - Institut für Schädlingskunde