Institut für Schädlingskunde

 

 

Haussperling

 

Wissenschaftlicher Artname des Haussperlings: Passer domesticus (LINNAEUS, 1758)

 

Wie sehen Haussperlinge aus? Haussperlinge sind relativ kleine Vögel. Die Männchen sind kontrastreicher gezeichnet als die Weibchen. Bei den männlichen Vögeln ist die Oberseite des Körpers braun und weist dunkle Längsstreifen auf. Der Nacken ist rotbraun, die Kopfplatte grau. Ein dunkles Band verläuft vom Schnabel über das Auge bis in den Nacken. Kehle und Brust sind schwarz befiedert, der Rest der Körperunterseite sowie die Wangen sind hellgrau gefärbt. Eine weiße Binde verläuft quer über die Flügel. Die Weibchen sind insgesamt unscheinbar grau-beige gezeichnet. Bei ihnen verlaufen auf der Körperoberseite dunkle Streifen, die Unterseite ist ungestreift. Vom Auge zum Nacken erstreckt sich ein schmaler, dunkler Streifen. Die Jungvögel von Passer domesticus sind ähnlich gefärbt wie die Weibchen.

 

 
Abbildung 1: Der Haussperling (Passer domesticus) ist ein typischer Kulturfolger   Abbildung 2: Weibliche Haussperlinge (Passer domesticus) sind weniger kontrastreich gefärbt als die Männchen

 

Wo leben Haussperlinge? Haussperlinge kommen mittlerweile weltweit überall dort vor, wo Getreide angebaut wird. Als typischer Kulturfolger weist der Haussperling eine auffällige Bindung an menschliche Lebensräume auf. Optimalhabitate sind bäuerliche Siedlungen und landwirtschaftliche Einzelgehöfte in der Agrarlandschaft, sowie Altbauviertel in Städten mit Gärten und Parkanlagen. Die Brutperiode beginnt in Deutschland Ende März und endet meist im September. Als Neststandorte dienen vor allem Wohnhäuser, Stallgebäude und Scheunen, wobei die Nester in Mauerlöchern, unter Dachrinnen oder unter Dachverkleidungen angelegt werden. Pro Jahr werden drei Bruten aufgezogen. Der Haussperling ernährt sich überwiegend vegetarisch. Nur während der Fortpflanzungszeit wird vermehrt auch tierische Nahrung aufgenommen. Unbekannte Nahrung meiden Haussperlinge dagegen.

 

Welche Schäden richten Haussperlinge an? Haussperlinge können, wenn sie innerhalb von Gebäuden leben, als Material- und Hygieneschädlinge auftreten. Dort wo Haussperlinge brüten, können sie mit ihrem Kot zum Beispiel Hausfassaden oder Balkone verschmutzen. Zudem können Haussperlinge verschiedene humanpathogene Krankheitserreger wie Salmonellen, Colibakterien, Kokzidien, Schimmel- oder Hefepilze verbreiten. Aufgrund ihrer unglaublichen Anpassungsfähigkeit sind Haussperlinge in der Lage innerhalb von Gebäuden wie Großküchen oder Lebensmittelmärkten dauerhafte Kolonien zu etablieren und sich hier auch fortzupflanzen.

 

Wie kann man Haussperlinge vertreiben? Obwohl es sich beim Haussperling um einen potenziellen Hygieneschädling handeln kann, steht er als frei lebende, europäische Vogelart unter ganz besonderem rechtlichen Schutz. Dies bedeutet, dass jegliche Vertreibungs- oder Bekämpfungsmaßnahmen von der zuständigen Naturschutzbehörde genehmigt werden müssen. Ausführliche Informationen zu dem Thema finden Sie auch auf unserer Themenseite "Der Haussperling als potenzieller Gesundheitsschädling".

 

Hier erfahren Sie noch mehr Wissenswertes über Haussperlinge (Passer domesticus).

 

 

Informationen zu Hausungeziefer, Vorratsschädlingen, Hygieneschädlingen, Lästlingen und Pflanzenschädlingen

 

© Martin Felke - Institut für Schädlingskunde