Institut für Schädlingskunde

Hausbockkäfer

 

Hier erfahren Sie alles Wissenwerte über Aussehen, Verbreitung, Verhalten, Schadpotenzial und Bekämpfen des Hausbockkäfers (Hylotrupes bajulus)

 

Wissenschaftliche Bezeichnung: Hylotrupes bajulus (LINNAEUS, 1758)

 

Hausbockkäfer - Aussehen: Der Hausbockkäfer ist ein dunkel gefärbter Käfer mit relativ langen Antennen (siehe Abbildung 1). Die Männchen von Hylotrupes bajulus können bis zu 16 Millimeter lang werden. Die Weibchen erreichen eine Größe von maximal zwei Zentimetern und unterscheiden sich von den Männchen durch ihre Legeröhre. Die Larven von Hylotrupes bajulus sind weißlich gefärbt (siehe Abbildung 2). Sie können bis zu 25 Millimeter lang werden und fressen bei Nadelhölzern hauptsächlich im Splintholz. Die Ausfluglöcher, die die Hausbockkäfer beim Verlassen der Puppenwiege hinterlassen, haben eine ovale Form und weisen eine Größe von rund drei mal sieben Millimeter auf.

 

 
Abb. 1: Hausbockkäfer (Hylotrupes bajulus)   Abb. 2: Hausbockkäfer (Hylotrupes bajulus) - Larve

 

 

Hausbockkäfer - Verbreitung und Verhalten: Begattung und Eiablage finden bei Hylotrupes bajulus zwischen Juli und August bei hohen Außentemperaturen statt. Die Hausbockkäfer leben nur rund einen Monat. In dieser Zeit nehmen sie keine Nahrung mehr zu sich. Die Weibchen können bis zu 1.000 Eier in Risse und Vertiefungen abgestorbener Nadelhölzer ablegen. Die Larven von Hylotrupes bajulus schlüpfen nach zwei bis drei Wochen aus dem Ei und fressen größer werdende Gänge in das Holz, die einen Durchmesser von bis zu zwölf Millimeter erreichen können. Bei Temperaturen von 30°C und einer Holzfeuchte von 40 bis 50 Prozent können sich die Larven optimal entwickeln. Dennoch dauert die Entwicklung aber selbst dann noch mindestens zwei Jahre. Sind die Bedingungen nicht ganz so günstig, so kann sich die Entwicklungsdauer auf bis zu zehn Jahre verlängern. Die Puppenwiege, in der die Metamorphose von der Larve zum adulten Hausbockkäfer erfolgt, wird dicht unter der Holzoberfläche angelegt.

 

 

Hausbockkäfer - Schadpotenzial: Der Hausbockkäfer besiedelt vor allem nicht imprägniertes Nadelholz. In Gebäuden trifft man diesen Holzschädling vorwiegend im Dachgebälk an. Wenn ein Befall mit Hylotrupes bajulus erst nach Jahren bemerkt wird, sind häufig bereits massive Schäden am Dachstuhl aufgetreten. Während eines Sturms können vom Hausbockkäfer befallene Balken brechen und so zum Einsturz des Dachstuhls führen.

 

Hausbockkäfer - Bekämpfen: Bei einem Hausbockbefall ist grundsätzlich eine Fachfirma zu Rate zu ziehen, die zuerst das Befallsausmaß ermittelt und anschließend die geeigneten Bekämpfungsmaßnahmen durchführt. Die im Dachgebälk lebenden Hausbocklarven können entweder durch eine Heißluftbehandlung oder mit Hilfe von Kontaktinsektiziden abgetötet werden. Wir vermitteln Ihnen gerne auf Anfrage einen seriösen Fachbetrieb in Ihrer Nähe.

 

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