Institut für Schädlingskunde

 

 

Kleidermotte

 

Wissenschaftlicher Artname der Kleidermotte: Tineola bisselliella (HUMMEL, 1823)

 

Wie sehen Kleidermotten aus? Körper und Vorderflügel der 4 bis 9 mm langen Kleidermotte sind strohgelb. Die graugelben, lanzettlichen Hinterflügel weisen wie auch die Vorderflügel am Hinterrand Fransen auf. Die Raupen von Tineola bisselliella erreichen kurz vor der Verpuppung eine Maximalgröße von 10 mm.

 

 
Abbildung 1: Die Kleidermotte (Tineola bisselliella) zerstört Felle, Textilien und andere Materialien, die das Protein Keratin enthalten  

 

Wo leben Kleidermotten? Kleidermotten bevorzugen dunkle Orte in trockenen, warmen Räumen. Hier legt das Weibchen im Laufe seines Lebens zwischen 100 und 250 Eier an Textilien, Fellen oder Federn ab. Die Larven der Kleidermotte ernähren sich von keratinhaltigen, tierischen Produkten wie Wolle, Haare oder Federn. Ebenfalls aus diesen Materialien baut sich die Raupe eine lange, beiderseitig offene Gespinströhre, die sie am Untergrund fest heftet und in der sie sich die meiste Zeit über aufhält. Lediglich zum Fressen verlässt die Larve kurzfritig ihre schützende Röhre. In der Gespinströhre verpupptsich die Larve dann auch. Optimal für die Entwicklung der Larven sind eine Temperatur zwischen 25 und 30 °C, sowie eine relative Luftfeuchtigkeit von 70 %. Unter diesen Bedingungen dauert es bei ausreichend vorhandener Nahrung rund 2 Monate bis sich die Raupe verpuppen kann. Meist entwickeln sich pro Jahr 2 Generationen der Kleidermotte. In Jahren mit warmem Sommer können es aber auch 3 oder 4 sein. Bei optimaler Nahrungsversorgung und einer Mindesttemperatur von 10 °C entstehen ohne Unterbrechung neue Generationen. Die aus der Puppe schlüpfenden Kleidermotten besitzen verkümmerte Mundwerkzeuge und nehmen keine Nahrung mehr zu sich. Ihre Lebenserwartung beträgt im Durchschnitt lediglich 12 bis 18 Tage. Die Kleidermotte ist eine einheimische Mottenart.

 

Welche Schäden können Kleidermotten anrichten? Kleidermotten sind reine Materialschädlinge. Die Larven der Kleidermotte zerfressen mit ihren kräftigen Mundwerkzeugen Felle und andere keratinhaltige, tierische Produkte in Textilien und Polstermöbeln. Baumwolle, Jute, zellulosehaltige Textilfasern pflanzlicher Herkunft, Natur- und Kunstseide sowie vollsynthetisches Gewebe werden ebenfalls von den Larven durchlöchert, obwohl diese Materialien nicht verdaut werden können. Die Fasern dieser Gewebe benutzen die Larven von Tineola bisselliella lediglich zum Bau ihrer Gespinströhre. Neben den reinen Fraßschäden werden die Textilien durch die fest am Stoff haftenden Kokons verunreinigt.

 

Wie kann man Kleidermotten vernichten? Zum Nachweis eines Befalls müssen Lockstofffallen eingesetzt werden, die ganz spezifisch die Männchen der Kleidermotte anlocken. Eine Bekämpfung ist mit diesen Fallen daher nicht möglich. Kleidermottenfallen enthalten einen Speziallockstoff für Kleidermotten, der die Tiere zunächst anlocken soll. Auf der Innenseite weist die Falle eine Klebebeschichtung auf, an der die Tiere dann haften bleiben. Die Falle kann überall dort aufgestellt werden, wo sich die Falter aufhalten (z. B. in Kleiderschränken). Zur Bekämpfung von Kleidermotten können Kontaktinsektizide eingesetzt werden. Kontaktinsektizide sollten direkt auf die Aufenthaltsorte der Larven und Motten ausgebracht oder an die Luft abgegeben werden. Auch Schlupfwespen können zur Mottenbekämpfung eingesetzt werden. Diese parasitieren die Eier der Kleidermotte, so dass keine Mottenlarven mehr schlüpfen können.

 

Hier erfahren Sie noch mehr Wissenswertes über Kleidermotten (Tineola bisselliella).

 

 

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