Institut für Schädlingskunde

Kugelkäfer bekämpfen


Wissenschaftlicher Artname des Kugelkäfers: Gibbium psylloides (Czenpinsky, 1778)

 

Wie sehen Kugelkäfer aus? Der vom Aussehen eher an Spinnen oder Milben erinnernde Kugelkäfer besitzt lange, 11-gliedrige Antennen. Kopf, Halsschild und Flügeldecken sind unbehaart. Die Flügeldecken sind glatt, glänzend braunrot gefärbt und weisen keine Punktreihen auf. Die flugunfähigen Käfer erreichen eine Körperlänge von 2,1 bis 3,2 mm. Eine relativ ähnlich aussehende Art, die ebenfalls in die Familie der Diebkäfer gehört ist der Messingkäfer (Niptus hololeucus).

 

   
Abbildung 1: Der Kugelkäfer (Gibbium psylloides) erinnert auf den ersten Blick eher an eine Spinne wie z. B. die Kugelspinne (Steatoda triangulosa)   Abbildung 2: Die Antennen des Kugelkäfers (Gibbium psylloides) sind fast so lang wie der restliche Körper  

 

 

Wo leben Kugelkäfer? Gibbium psylloides ist weltweit verbreitet und kann an verschiedenen Vorräten pflanzlicher und tierischer Herkunft schädlich werden. Besonders häufig kommt es in Fachwerkhäusern zu Massenvermehrungen, wo Larven und Imagines in den Strohfüllungen von Zwischendecken leben. Bei einer Temperatur von 33°C dauert die Larvalentwicklung von Gibbium psylloides lediglich 45 Tage. Die Käfer haben eine Lebenserwartung von bis zu 18 Monaten. Sie tolerieren auch kühle Temperaturen und können lange Zeit ohne Nahrung auskommen. Sowohl die Larven, als auch die Käfer sind nachtaktiv. Den Tag verbringen die Tiere dicht aneinander gedrängt in Ritzen und Spalten.

 

 

Welche Schäden richten Kugelkäfer an? Der Kugelkäfer gilt sowohl als Hygieneschädling wie auch als Materialschädling. Nahrungsmittel und gelagertes Getreide werden angefressen und durch Kot, Larvenhäute und Puppenhüllen verunreinigt. Darüber hinaus werden Verpackungsmaterialien zerstört, in die sich die Larven zur Verpuppung einbohren.

 

 

Wie kann man Kugelkäfer bekämpfen? Tritt Gibbium psylloides in Silos oder Lagerhallen auf, so können die gasförmigen Insektizide Stickstoff, Kohlendioxid oder Phosphorwasserstoff eingesetzt werden. In Wohnhäusern können Decken und Wände mit insektiziden Stäuben oder Kieselgur-Präparaten behandelt werden. Auch der Einsatz von Nutzarthropoden ist möglich. Zur Bekämpfung des Kugelkäfers steht die Lagererzwespe (Lariophagus distinguendus) zur Verfügung. Weitere Informationen zur Bekämpfung von Kugelkäfern finden Sie auf unserer Extraseite Schädlinge bekämpfen.

 

   
Abbildung 3: Durch ihre gekrümmte Körperform erinnert die Larve des Kugelkäfers an einen Engerling   Abbildung 4: Der Australische Diebkäfer (Ptinus tectus) gehört wie der Kugelkäfer in die Familie der Diebkäfer (Ptinidae)  

 

Hier erfahren Sie noch mehr Wissenswertes über Kugelkäfer (Gibbium psylloides).

 

 

 

Informationen zu Hausungeziefer, Vorratsschädlingen, Hygieneschädlingen, Lästlingen und Pflanzenschädlingen

 

© Martin Felke - Institut für Schädlingskunde