Institut für Schädlingskunde

Little yellow ant

 

Hier erfahren Sie alles Wissenswerte über Aussehen, Verbreitung, Verhalten, Schadpotenzial und Bekämpfen von Plagiolepis alluaudi (englischer Trivialname: little yellow ant)

 

Wissenschaftliche Bezeichnung: Plagiolepis alluaudi, EMERY (1894)

 

Little yellow ant - Aussehen: Plagiolepis alluaudi gehört, ebenso wie die bei uns heimische Schwarzgraue Wegameise (Lasius niger) in die Unterfamilie der Schuppenameisen (Formicinae). Zwischen dem mittleren Körperabschnitt (Mesosoma) und dem hinteren Körperabschnitt (Gaster) liegt nur ein einzelnes Stielchenglied (Petiolus), das die Form einer aufrecht stehenden Schuppe hat. Die Arbeiterinnen von Plagiolepis alluaudi werden lediglich 1,25 bis 1,33 mm lang. Sie haben eine mehr oder weniger einheitlich gelbe Färbung. Lediglich Teile des Hinterleibes sind etwas dunkler als der restliche Körper. Auffallend ist bei dieser tropischen Ameisenart die glatte und glänzende Körperoberfläche. Die Weibchen werden bei Plagiolepis alluaudi deutlich größer als die Arbeiterinnen. Außerdem sind die Angehörigen der Weibchenkaste dunkler gefärbt als die Mitglieder der Arbeiterinnenkaste. Die Antennen sind bei Plagiolepis alluaudi 11-gliedrig.

 

   
Abb. 1: Auf dieser Aufnahme ist das schuppenförmige Stielchen einer Arbeiterin der little yellow ant gut zu erkennen   Abb. 2: Die little yellow ant kommt in den Tropen und Subtropen auf der Suche nach Nahrung regelmäßig ins Haus  

 

 

Little yellow ant - Verbreitung und Verhalten: Plagiolepis alluaudi stammt vermutlich ursprünglich aus Ostafrika. Mittlerweile kommt diese invasive Ameisenart aber wahrscheinlich weltweit in tropischen Regionen der Erde vor. In gemäßigten Breiten wie Mitteleuropa wurden Plagiolepis alluaudi-Kolonien bislang nie im Freiland, sondern stets in Tropenhäusern von Zoos oder Botanischen Gärten gefunden. Die Kolonien von Plagiolepis alluaudi enthalten stets eine Vielzahl von Königinnen. Genau wie die Pharaoameise (Monomorium pharaonis) ist also auch Plagiolepis alluaudi eine polygyne Ameisenart. Die Nester findet man zum Beispiel unter Steinen, in Laubhaufen, unter Rindenstücken oder in morschem Holz. Genau wie die in ganz Deutschland häufig vorkommende Schwarzgraue Wegameise (Lasius niger) ernährt sich auch Plagiolepis alluaudi bevorzugt von „Honigtau“, also den Ausscheidungen von Schildläusen, Wollläusen und anderen Pflanzensaftsaugerarten. Die Ameisen betreuen diese Pflanzenschädlinge und beschützen sie auch aktiv vor Marienkäfern oder anderen, räuberisch lebenden Insektenarten.

 

Abb. 3: Die little yellow ant ist eine aus den Tropen stammende Ameisenart Abb. 4: Die little yellow ant ist aufgrund ihrer geringen Größe leicht mit der Pharaoameise oder der Schwarzkopfameise zu verwecheseln

 

 

Little yellow ant - Schadpotenzial: In den Tropen ist Plagiolepis alluaudi ein häufiger Haushalts-Schädling und kann daher ähnliche Probleme verursachen wie die Schwarzkopfameise (Tapinoma melanocephalum) oder die Pharaoameise (Monomorium pharaonis). In Gewächshäusern, in denen tropische Pflanzen von Pflanzenschädlingen wie Schildläusen oder Wollläusen befallen sind, kann das Vorkommen von Plagiolepis alluaudi eine Bekämpfung der Pflanzenschädlinge mit biologischen Gegenspielern erschweren.

 

Lesen Sie auch unseren Praxisartikel "Die Schwarzkopfameise (Tapinoma melanocephalum) - ein für Deutschland neuer Hygieneschädling".

 

Little yellow ant - Bekämpfen: Die Bekämpfung von Plagiolepis alluaudi-Kolonien gelingt nach bisherigen Erkenntnissen zumindest in zoologischen oder botanischen Gärten recht gut mit zuckerhaltigen Fraßködern. Diese Fraßköder müssen überall dort ausgelegt werden, wo Kolonien der little yellow ant gefunden wurden. Im Prinzip ist die Bekämpfung von Plagiolepis alluaudi-Kolonien somit vergleichbar mit dem Vorgehen gegen die Pharaoameise (Monomorium pharaonis). Wichtig ist nur, dass der ausgelegte Köder auch wirklich von den Ameisen angenommen wird. Außerdem darf die Behandlung nicht zu früh abgebrochen werden. Es empfiehlt sich die ausgebrachten Fraßköder mehrmals im Abstand von jeweils einem Monat zu erneuern. Gleichzeitig müssen Klebefallen ausgelegt werden um den Erfolg der Bekämpfungsmaßnahmen bewerten zu können.

 

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