Institut für Schädlingskunde

Kopflaus



Hier erfahren Sie alles Wissenwerte über Aussehen, Verbreitung, Verhalten, Schadpotenzial und Bekämpfen der Kopflaus (Pediculus capitis).



Wissenschaftliche Bezeichnung: Pediculus capitis DE GEER, 1778

 

Kopflaus - Aussehen: Männliche Kopfläuse erreichen maximal eine Körperlänge von drei Millimetern. Die Weibchen werden mit bis zu 4,3 Millimetern etwas größer. Der Körper der Kopflaus ist extrem flach. Die Mundwerkzeuge sind als Stech- und Saugapparat ausgebildet. Der Kopf ist klein und nach vorne zugespitzt. Die Beine der Kopfläuse, mit denen sie sich am Haar des Wirtstieres festhalten, sind groß und kräftig. Die letzten Fußglieder bilden eine Art Greifzange. Der Durchmesser dieser Greifzange entspricht genau dem Querschnitt der Haare, an dem die Kopflüse leben.

 

 
Abb. 1: Kopflaus (Pediculus capitis)  

 

 

Kopflaus - Verbreitung und Verhalten: Kopfläuse sind Hygieneschädlinge des Menschen und kommen weltweit vor. Pediculus capitis lebt hauptsächlich am Hinterkopf auf der Kopfhaut sowie an den Kopfhaaren. Nur bei starkem Befall kann die Kopflaus auch die Körperbehaarung befallen. Weibliche Kopfläuse leben ungefähr einen Monat. In diesem Zeitraum legen sie bis zu 200 Eier ab. Die Eier werden mit einer wasserunlöslichen Substanz in unmittelbarer Nähe der Kopfhaut an die Haare abgelegt. Anschließend werden die Eier mit einem Chitingehäuse umschlossen, das auch als Nisse bezeichnet wird. Aus den Eiern schlüpfen nach sieben bis zehn Tagen die jungen Kopfläuse. Die Larven wachsen sehr rasch und erreichen innerhalb von nur acht bis neun Tagen die Geschlechtsreife. Zwei bis drei Tage nach der Paarung legt die weibliche Kopflaus bereits die ersten Eier ab. Der komplette Entwicklungszyklus der Kopflaus dauert zwei bis vier Wochen. Adulte Kopfläuse sind sehr mobil und können innerhalb eines Tages mehrmals den Wirt wechseln.

 

Kopflaus - Schadpotenzial: Die Kopflaus ist ein typischer Hygieneschädling. Zum einen können Kopfläuse Allergien auslösen, zum anderen übertragen diese Parasiten beim Blutsaugen bakterielle Krankheitserreger wie die Erreger von Europäischem Rückfallfieber (Borrelia recurrentis), klassischem Fleckfieber (Rickettsia prowazekii) und wolhynischem Fieber (Rochalimaea quintana). Beim Blutsaugen geben Kopfläuse gerinnungshemmende Stoffe in das Blut ab, die beim Menschen einen starken Juckreiz hervorrufen. Beim Kratzen können sich die Wunden sekundär mit Bakterien infizieren.

 

 

Kopflaus - Bekämpfen: Kopfläuse können sehr effektiv mit insektizidhaltigen Medikamenten bekämpft werden. Auf dem Markt sind beispielsweise Medikamente, die den aus Chrysanthemen hergestellten, natürlichen Wirkstoff Pyrethrum enthalten. Zur Bekämpfung von Kopfläusen können aber auch Produkte mit den synthetischen Pyrethroiden Permethrin oder Allethrin eingesetzt werden. Kommen Kopfläuse in Schulen oder Kindergärten vor, so müssen alle betroffenen Kinder behandelt werden um den Kopflaus-Befall zu beseitigen.

 

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