Institut für Schädlingskunde

Große Kohlweißlinge bekämpfen

 

Hier erfahren Sie alles Wissenswerte über Aussehen, Verbreitung, Verhalten, Schadpotenzial und Bekämpfen des Großen Kohlweißlings (Pieris brassicae)

 

Wissenschaftliche Bezeichnung des Großen Kohlweißlings: Pieris brassicae (LINNAEUS, 1758)

 

Großer Kohlweißling - Aussehen: Die Falter von Pieris brassicae erreichen eine Flügelspannweite von 55 bis 65 mm und sind überwiegend weißlich gefärbt. Lediglich an der Flügelspitze fällt ein größerer, schwarzer Fleck auf. Außerdem besitzen die Weibchen von Pieris brassicae zwei rundliche, schwarze Farbmarkierungen in der Mitte des Vorderflügels. Die ca. 2 mm langen, länglichen Eier des Großen Kohlweißlings sind gelb gefärbt. Die Raupen und auch die Puppen von Pieris brassicae haben eine charakteristische, gelb-schwarze Körperfärbung.

   
Abb. 1: Großer Kohlweißling (Pieris brassicae)
  Abb. 2: Eier des Großen Kohlweißlings (Pieris brassicae)  

 

 

Großer Kohlweißling - Verbreitung und Verhalten: Pieris brassicae ist eine Weißlingsart mit einem relativ großen Verbreitungsgebiet und kommt von Nordafrika bis nach Skandinavien vor. Besiedelt werden alle möglichen Lebensräume in denen die Futterpflanzen der Raupen (verschiedene Kreuzblütler wie Kohl, Raps oder Ackersenf) wachsen. Der Große Kohlweißling bildet in Deutschland 2 bis 3 Generationen pro Jahr aus. Die Art überwintert im Puppenstadium. Die Falter der ersten Generation schlüpfen in der Regel zwischen Mitte und Ende April. Kurz darauf legen die Weibchen bis zu 300 Eier an verschiedene Arten aus der Familie der Kreuzblütler ab. Die aus den Eiern schlüpfenden Raupen benötigen für ihre Entwicklung rund zwei bis drei Monate, so dass die Falter der zweiten Generation in der Regel zwischen Mitte Juli und Ende August aktiv sind. In klimatisch bevorzugten Regionen wie zum Beispiel in der Oberrheinebene kann auch noch eine dritte Generation auftreten.

 

 

Großer Kohlweißling - Schadpotenzial: Pieris brassicae ist ein häufiger Pflanzenschädling, dessen Raupen verschiedene Kohlsorten wie Chinakohl, Wirsing oder Grünkohl befallen. Bei einem starken Befall werden die Blätter komplett abgefressen.

   
Abb. 3: Raupen des Großen Kohlweißlings (Pieris brassicae)
  Abb. 4: Puppen des Großen Kohlweißlings (Pieris brassicae)  

 

Großer Kohlweißling - Bekämpfen: Um die Raupen von Pieris brassicae zu bekämpfen, kann das Pflanzenschutzmittel Dipel® ES eingesetzt werden. Das Präparat wird in Wasser gelöst und auf die Blätter der befallenen Kohlpflanzen gesprüht. Der enthaltene Wirkstoff Bacillus thuringiensis var. kurstaki wurde aus einem Bodenbakterium isoliert und wirkt sehr selektiv als Fraßgift auf die Raupen verschiedener Schadschmetterlinge. Beispielsweise werden mit Bacillus thuringiensis-Präparaten auch die Raupen des Eichenprozessionsspinners (Thaumetopoea processionea) oder die Larven des Kleinen Kohlweißlings (Pieris rapae) bekämpft.

 

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