Institut für Schädlingskunde

Staubläuse

 

Hier erfahren Sie alles Wissenwerte über Aussehen, Verbreitung, Verhalten, Schadpotenzial und Bekämpfen von Staubläusen (Psocoptera)

 

Wissenschaftliche Bezeichnung: Psocoptera

 

Staubläuse - Aussehen: Staubläuse sind bis zu 2,3 Millimeter große, meist hell gefärbte Insekten mit auffallend langen und dünnen Antennen. Genauso wie Schaben oder Kakerlaken entwickeln sich auch Staubläuse hemimetabol. Dies bedeutet, dass ein Puppenstadium fehlt und die Larven den ausgewachsenen Tieren bereits sehr ähnlich sehen. Manche Staublausarten besitzen vollständig entwickelte Flügel, bei anderen Psocoptera-Arten sind die Flügel dagegen reduziert (siehe Abbildung 1) oder fehlen sogar ganz.

 

 
Abb.1: Staubläuse haben auffallend lange und dünne Antennen  

 

 

Staubläuse - Verbreitung und Verhalten: Staubläuse kommen in den meisten Haushalten vor. Man findet die Tiere häufig zwischen Büchern oder an feuchten Tapeten. Staubläuse sind auf einen Lebensraum mit hoher relativer Luftfeuchtigkeit angewiesen. Die Tiere können Wasserdampf aus der Luft absorbieren, wenn die relative Luftfeuchtigkeit bei mindestens 60 bis 85 Prozent liegt. Weibchen legen in ihrem Leben rund 100 Eier ab. In Gebäuden pflanzen sich Staubläuse ganzjährig fort. Pro Jahr können so mindestens sechs bis acht Generationen entstehen. Staubläuse ernähren sich hauptsächlich von Schimmelpilzen, die auf feuchten Wänden oder auf Lebensmitteln gewachsen sind.

 

Staubläuse - Schadpotenzial: Staubläuse sind in erster Linie Hygieneschädlinge, da sie - ebenso wie Hausstaubmilben - Allergien auslösen können. Bei medizinischen Untersuchungen wurden bei einem Drittel der Allergie-Patienten Antikörper gegen Antigene von Staubläusen im Blut gefunden. Darüber hinaus müssen Staubläuse als Indikatororganismen für Schimmelpilzbefall gelten. Vor allem in feuchten Neubauwohnungen kommt es oft zur Massenvermehrung. Hier fressen die Tiere den kaum sichtbaren Schimmelpilzrasen, der sich an Tapeten gebildet hat.

 

 

Staubläuse - Bekämpfen: Bei einem massiven Auftreten von Staubläusen können Kontaktinsektizide eingesetzt werden, die als Wirkstoffe meist synthetische Pyrethroide enthalten. Synthetische Pyrethroide wirken als Kontaktgifte, die beim Insekt eine starke Erregung, Lähmung und Tod hervorrufen. Sowohl das Naturprodukt Pyrethrum, als auch die davon abgeleiteten synthetischen Pyrethroide verfügen über einen gemeinsamen Wirkmechanismus: sie blockieren die spannungsabhängigen Natriumkanäle in den Nervenmembranen.

Um einen Staublausbefall dauerhaft zu beseitigen, muss den Tieren die Nahrungsgrundlage entzogen werden. Dies kann je nach Situation bedeuten:

• Entrümpeln

• Entfernen von Nahrungsmitteln

• Verstärktes Lüften und Verringern der Luftfeuchtigkeit, so dass feuchte Tapeten abtrocknen können

 

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