Institut für Schädlingskunde

Getreidekapuziner



Hier erfahren Sie alles Wissenwerte über Aussehen, Verbreitung, Verhalten, Schadpotenzial und Bekämpfen des Getreidekapuziners (Rhizopertha dominica)



Wissenschaftliche Bezeichnung: Rhizopertha dominica (FABRICIUS, 1792)

 

Getreidekapuziner - Aussehen: Die 2,5 bis vier Millimeter langen, dunkelbraun bis schwarz gefärbten Käfer des Getreidekapuziners haben eine zylinderförmige Gestalt. Der Halsschild von Rhizopertha dominica überragt den Kopf wie eine Kapuze, worauf auch der deutsche Trivialname Bezug nimmt (siehe Abbildung 1). Die letzten drei Antennenglieder sind stark vergrößert (siehe Abbildung 2). Die schwach behaarten Flügeldecken des Getreidekapuziners sind mit dichten Längsreihen und eingesenkten groben Punkten versehen und fallen am Hinterende steil ab.

 

 
Abb. 1: Getreidekapuziner (Rhizopertha dominica) - Seitliche Ansicht   Abb. 2: Getreidekapuziner (Rhizopertha dominica) - von oben ist der Kopf nicht zu sehen

 

 

Getreidekapuziner - Verbreitung und Verhalten: Getreidekapuziner stammen ursprünglich vermutlich aus dem südostasiatischen Raum. Inzwischen wurde dieser bedeutende Vorratsschädling durch den internationalen Warenverkehr aber fast weltweit verbreitet. Die Weibchen von Rhizopertha dominica legen ihre Eier einzeln oder in kelinen Gruppen direkt am Nahrungssubstrat der Larven ab. Nach dem Schlupf bohren sich die Larven in Getreidekörner ein. Hier verwerten sie vor allem die eiweißhaltigen Bestandteile des Getreidekorns. Kohlehydrate werden dagegen weitgehend unverdaut als weißes Fraßmehl wieder ausgeschieden. Die gesamte weitere Entwicklung der Larve vollzieht sich im Inneren des Getreidekorns. Auch die Verpuppung findet innerhalb des von der Larve ausgehöhlten Getreidekorns statt. Bei 25°C und 70 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit beträgt die Entwicklungsdauer von Rhizopertha dominica rund zwei Monate. Bei einer konstanten Temperatur von 28°C halbiert sich der gesamte Entwicklungszyklus dagegen auf rund einen Monat.

 

Getreidekapuziner - Schadpotenzial: Getreidekapuziner sind besonders in den Tropen sehr bedeutende Vorratsschädlinge. Sowohl die Larven als auch die Käfer des Getreidekapuziners befallen neben Getreide auch Getreideprodukte, Reis, Hirse, Hülsenfrüchte, getrocknete Bananen, Gebäck, Maniok, Zwieback oder Nudeln. Neben den reinen Fraßverlusten führt ein Befall mit dem Getreidekapuziner vor allem auch zu einer Qualitätsminderung der befallenen Ware, die aus Geruchs- und Geschmacksbeeinträchtigungen resultiert. Der Getreidekapuziner gilt zudem als Materialschädling, da sich die Tiere zum Beispiel durch Kunststofffolien, Pappe, dünne Metallfolien oder selbst dickere Kunststoffteile hindurchnagen können.

 

 

Getreidekapuziner - Bekämpfen: Da die Nahrung des Wärme liebenden Getreidekapuziners eine Mindestfeuchte von zehn Prozent aufweisen muss, kann allein durch eine trockene und kühle Lagerung des Vorratsgutes ein Befall mit diesem Vorratsschädling vermieden werden. Da sich Larven und Puppen des Getreidekapuziners innerhalb des Getreidekorns entwickeln, ist der Einsatz von Kontaktinsektiziden sinnlos. Will man den Getreidekapuziner im Lager direkt bekämpfen, so können lediglich gasförmige Insektizide eingesetzt werden. Gasförmige Präparate wie Stickstoff, Kohlendioxid und Phosphorwasserstoff müssen allerdings ausreichend lange einwirken um bei einem Befall mit Rhizopertha dominica zu einem Bekämpfungserfolg zu führen.

 

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