Institut für Schädlingskunde

Sinoxylon senegalensis

 

Hier erfahren Sie alles Wissenswerte über Aussehen, Verbreitung, Verhalten, Schadpotenzial und Bekämpfen von Sinoxylon senegalensis

 

Wissenschaftliche Bezeichnung: Sinoxylon senegalensis Karsch, 1831 - im Englischen heißt die Art auger beetle oder Acacia powder-post beetle

 

Sinoxylon senegalensis - Aussehen: Sinoxylon senegalensis gehört wie der Getreidekapuziner (Rhizopertha dominica), der Große Kornbohrer (Prostephanus truncatus) oder der Tropische Bohrkäfer (Heterobostrychus aequalis) in die Familie der Bohrkäfer (Bostrichidae). Der Kopf der Käfer ist von oben nicht zu sehen, da er unter dem vorgewölbten Halsschild versteckt ist. Wie für die Familie Bostrichidae typisch fallen die Flügeldecken am Ende steil ab. Hier fallen auch zwei kräftige, stachelförmige Spitzen auf. Die drei letzten Antennenglieder sind stark vergrößert und bilden eine vom restlichen Fühler deutlich abgesetzte Fühlerkeule. Die Körperlänge von Sinoxylon senegalensis beträgt 3,5 bis 8,5 mm.

 

   
Abb. 1: Seitliche Ansicht von Sinoxylon senegalensis
  Abb. 2: Rückenansicht von Sinoxylon senegalensis  

 

 

Sinoxylon senegalensis - Verbreitung und Verhalten: Sinoxylon senegalensis stammt ursprünglich vermutlich aus Afrika. Laut Walker (2006) wurde sie bislang in Eritrea, Äthiopien Niger, Nigeria, Senegal, Sierra Leone, Somalia, Sudan, Tunesien und Uganda nachgewiesen. Lesne (1906) gibt als Verbreitungsgebiet dieser Bohrkäfer folgende afrikanische Staaten an: Senegal, Mali, Nigeria, Sierra Leone, Ägypten, Tschad, Sudan und Ghana. Teixeira (2002) wiesen die Art auch in Importholz aus Indien und China nach, das nach Brasilien eingeführt worden war. Möglicherweise ist die Art in den Tropen schon weiter verbreitet, als es in der Literatur angegeben wird. Die Larven von Sinoxylon senegalensis entwickeln sich vor allem im Holz verschiedener Akazienarten. Lesne (1906) gibt als Wirtspflanzen die Gattungen Acacia und Albizzia an. Bushara (1981) erwähnt dass im Sudan vor allem die beiden Akazienarten Acacia seyal und Acacia nilotica befallen werden. Die Entwicklung der Käfer kann allerdings auch an Baumarten wie Eucalyptus camaldulensis, Prosopis julifora, Acacia mellifera, Acacia eherenbergiana und Conocarpus lancifolius stattfinden. Generell scheint die Art Hölzer mit hohem Zelluloseanteil für die Entwicklung zu bevorzugen. Laut Bushara (1981) sind die Käfer möglicherweise lebendgebärend. Es gibt drei Larvenstadien, die sich innerhalb von 7 bis 10 Wochen bis zum Puppenstadium entwickeln. Die Puppenruhe selbst dauert 3 bis 4 Wochen. Die Käfer verlassen das Holz erst einige Tage nach dem Schlupf aus der Puppenhülle. Möglicherweise führen sie hier zunächst einen sog. Reifungsfraß durch. Nachdem sie ihr Brutsubstrat verlassen haben, bohren sich die Weibchen bald in neues Holz ein um Eier abzulegen.

 

 

Sinoxylon senegalensis - Schadpotenzial: In den Tropen ist Sinoxylon senegalensis einer der wichtigsten Holzschädlinge. Regelmäßig treten die Käfer in Sägewerken auf, wo sie sich in gelagertem Holz entwickeln. Aber auch verbautes Holz, Holzmöbel und Holzhäuser werden befallen. Laut Bushara (1981) wird der überwiegende Schaden durch die Fraßtätigkeit der Larven sowie der frisch geschlüpften Käfer verursacht. Befallen wird Holz, das einen Feuchtegehalt zwischen 10 und 50 % aufweist. Holz das noch Rinde besitzt wird bevorzugt befallen. Allerdings bohren sich die Käfer auch in Holz ein, das entrindet ist. Mit Holzmöbeln - vor allem aber mit Verpackungsholz werden diese Materialschädlinge regelmäßig auch nach Europa eingeschleppt. Für Deutschland wiesen Zunker & Billen (2005) neben Sinoxylon senegalensis auch die nah verwandte Art Sinoxylon anale an Verpackungsholz aus Indien nach. Da Sinoxylon senegalensis als invasive Art gilt, wird er besonders in vielen tropischen und subtropischen Ländern als Quarantäneschädling eingestuft.

 

   
Abb. 3: Kopfansicht von Sinoxylon senegalensis
  Abb. 4: Der Orientalische Holzbohrer (Heterobostrychus aequalis) gehört wie Sinoxylon senegalensis der Familie der Bohrkäfer an  

 

Sinoxylon senegalensis - Bekämpfen: Zur Bekämpfung von Sinoxylon senegalensis können chemische und thermische Verfahren eingesetzt werden. Möbelstücke die von Sinoxylon senegalensis befallen sind, lassen sich mit dem gasförmigen Holzschutzmittel Vikane behandeln, welches den Wirkstoff Sulfuryldifluorid enthält. Sulfuryldifluorid wurde von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BauA) für den Bereich Holz- und Bautenschutz zugelassenen. Ein giftfreies Verfahren ist die Behandlung befallener Holzgegenstände in einer speziellen Klimakammer. Hier werden Möbelstücke schonend erhitzt, um die im Holz lebenden Larven und Jungkäfer dieses Holzschädlings abzutöten.

 

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