Institut für Schädlingskunde

 

 

Staubläuse

 

Wissenschaftliche Bezeichnung der Staubläuse: Psocoptera

 

Wie sehen Staubläuse aus? Staubläuse sind nur 1,2 bis 2,3 mm große, zarte und meist hell gefärbte Insekten mit z. T. recht langen und dünnen Antennen Genauso wie Schaben machen auch Staubläuse eine sogenannte hemimetabole Entwicklung durch. Daher sehen sich Larven und ausgewachsene Tiere (Imagines) recht ähnlich. Manche Psocoptera-Arten besitzen vollständig entwickelte Flügel, bei anderen Arten sind die Flügel dagegen reduziert oder fehlen sogar ganz.

 

 
Abb.1: Staubläuse (Psocoptera) fallen durch ihre langen und gleichzeitig sehr dünnen Antennen auf  

 

Wo leben Staubläuse? Staubläuse kommen in rund einem Drittel aller deutschen Haushalte vor und finden sich häufig zwischen Büchern, an Lebensmitteln auf Getreidebasis, alten Eierpappkartons oder hellen Tapeten. Hier bewegen sich die Tiere typischerweise erst in eine Richtung, um dann nach einem kurzen Stop in eine andere Richtung weiter zu laufen. Staubläuse benötigen einen Lebensraum mit hoher relativer Luftfeuchtigkeit. Die Tiere sind in der Lage aktiv Wasserdampf aus der Luft zu absorbieren, wenn die relative Luftfeuchtigkeit hoch genug ist. Dieser Wert liegt je nach Art zwischen 60 und 85 %. Sowohl Ei- als auch Larvalentwicklung sind von Temperatur und Luftfeuchtigkeit abhängig. Für die Art Liposcells divinatorius erwies sich eine Temperatur von 30°C sowie eine relative Luftfeuchtigkeit von 85 % hinsichtlich der Larvalentwicklung als optimal. Unter diesen Bedingungen betrug die Entwicklungsdauer lediglich neun Tage. Ein Weibchen legt im Lauf seines Lebens ca. 100 - 110 Eier. Diese werden in Gebäuden ganzjährig produziert, so dass hier mindestens sechs bis acht Generationen pro Jahr entstehen können. Die Lebensdauer von Staubläusen beträgt etwa 10-12 Wochen. Staubläuse ernähren sich hauptsächlich von Schimmelrasen, die sich an feuchten Wänden oder auf Lebensmitteln gebildet haben. Getreideprodukte bieten den Tieren meist recht gute Lebensbedingungen, während Hülsenfrüchte, Eipulver, Nudeln oder Trockenmilch kaum befallen werden.

 

Können Staubläuse Allergien auslösen? Staubläuse ernähren sich weniger direkt von Lebensmitteln, als vielmehr von Schimmelrasen, der sich aufgrund hoher Luftfeuchtigkeit auf dem Vorratsgut gebildet hat. Daher sind Staubläuse in erster Linie als Hygieneschädlinge anzusprechen. Die Tiere sind sehr genügsam und können sich z. B. sogar in eingeschweißtem Kräutertee stark vermehren. Befallene Lebensmittel sind für den menschlichen Verzehr ungeeignet und sollten vernichtet werden. Staubläuse kommen vor allem in feuchten Wohnungen, Neubauwohnungen, aber auch in Bibliotheken und in Kellerräumen, auf offen gelagertem organischem Material in Küchen oder Vorratskammern sowie in Zimmern mit Zimmerpflanzen vor. In frisch tapezierten oder feuchten Neubauwohnungen kommt es oft zur Massenvermehrung. Sie fressen dort den kaum sichtbaren Schimmelpilzrasen von der Tapete ab und hinterlassen einen feinen Papierstaub. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Staubläuse ebenso wie Hausstaubmilben Allergien auslösen können. Bei medizinischen Untersuchungen wurden bei einem Drittel der Allergie-Patienten Antikörper gegen Antigene von Staubläusen im Blut gefunden.

 

Wie kann man Staubläuse vernichten? Bei einem massiven Auftreten von Staubläusen können Kontaktinsektizide eingesetzt werden, die als Wirkstoffe meist synthetische Pyrethroide enthalten. Synthetische Pyrethroide wirken als Kontaktgifte, die beim Insekt eine starke Erregung, Lähmung und Tod hervorrufen. Sowohl das Naturprodukt Pyrethrum, als auch die davon abgeleiteten synthetischen Pyrethroide verfügen über einen gemeinsamen Wirkmechanismus: sie blockieren die spannungsabhängigen Natriumkanäle in den Nervenmembranen.

Um einen Staublausbefall dauerhaft zu beseitigen, muss den Staubläusen die Lebensgrundlage entzogen werden. Dies kann je nach Situation bedeuten:

• Entrümpeln

• Entfernen von Nahrungsmitteln

• Verstärktes Lüften und verringern der Luftfeuchtigkeit, so dass feuchte Tapeten abtrocknen können

 

Hier erfahren Sie noch mehr Wissenswertes über Staubläuse (Psocoptera).

 

 

Informationen zu Hausungeziefer, Vorratsschädlingen, Hygieneschädlingen, Lästlingen und Pflanzenschädlingen

 

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