Institut für Schädlingskunde

Staubwanze (Reduvius personatus)



Hier erfahren Sie alles Wissenswerte über Aussehen, Verbreitung, Verhalten, Schadpotenzial und Bekämpfen von Reduvius personatus (Staubwanze)



Wissenschaftliche Bezeichnung der Staubwanze: Reduvius personatus (Linnaeus, 1758)

 

Staubwanze - Aussehen: Die Staubwanze, die auch Maskierter Strolch genannt wird, ist eine lang gestreckte, glänzend dunkelbraun bis schwarz gefärbte Wanzenart, die 16 bis 17 mm lang wird. Die Fußglieder haben eine gelblichbraune bis rötlichbraune Färbung. Das erste Beinpaar, das zum Festhalten von erbeuteten Insekten dient, ist etwas dicker als die anderen beiden Beinpaare. Wie bei der Feuerwanze (Pyrrhocoris apterus) ist auch der Körper der Staubwanze relativ flach. Reduvius personatus besitzt einen langen, kräftigen Stechrüssel der normalerweise unter dem Körper verborgen ist. Die Bezeichnung Maskierter Strolch bezieht sich auf das Verhalten der Larven sich mit Staub oder ähnlichem zu tarnen. Die auf diese Weise perfekt getarnten Larven lauern kleinen Insekten oder Spinnen auf um diese zu überwältigen und auszusaugen. Im englischen wird Reduvius personatus daher auch masked hunter genannt.

 

   
Abb. 1: Staubwanze oder Maskierter Strolch (Reduvius personatus) – Dorsalansicht
  Abb. 2: Staubwanze oder Maskierter Strolch (Reduvius personatus) – Lateralansicht  

 

 

Staubwanze - Verbreitung und Verhalten: Die Staubwanze war ursprünglich nur in Europa heimisch. Im Gefolge des Menschen gelangte sie aber zum Beispiel auch nach Nordamerika. Staubwanzen sind nachtaktive Wanzen, die sich räuberisch von kleineren Insekten und Spinnen ernähren. Auch andere Wanzen wie Bettwanzen (Cimex lectularius) oder Schwalbenwanzen (Oeciacus hirundinis) werden überwältigt und mit dem kräftigen Stechrüssel ausgesaugt. Staubwanzen haben voll ausgebildete Flügel und können gut fliegen. Ähnlich wie manche Nachtfalter werden sie von Lichtquellen angezogen und können so leicht einmal durch ein offenes Fenster in die Wohnung fliegen. Besonders häufig findet man diese Wanzenart in alten Holzhäusern oder in Schuppen wo die Tiere Versteckplätze und Nahrung in Form von anderen Insekten finden. Die Larven geben über die Körperoberfläche eine klebrige Flüssigkeit ab. An dieser Flüssigkeit bleiben Staub, Sand oder Schmutzteilchen leicht kleben. Diese Form sich zu tarnen hat Reduvius personatus auch ihre beiden deutschen Bezeichnungen Staubwanze und maskierter Strolch eingebracht. Im englischen heißt Reduvius personatus aus dem gleichen Grund übrigens masked hunter. Diese Tarnung ermöglicht es den Larven der Staubwanze andere Insekten zu erbeuten ohne diese aktiv jagen zu müssen. Die Entwicklung vom Ei bis zur geschlechtsreifen Wanze dauert bei Reduvius personatus ein Jahr. Wie alle Wanzen macht auch die Staubwanze eine sogenannte hemimetabole Entwicklung durch. Dies bedeutet, dass die Larven den ausgewachsenen Individuen mit jeder Häutung ähnlicher sehen. Die Eier werden im Hochsommer abgelegt. Staubwanzen besitzen fünf Larvalstadien, wovon das vierte Larvalstadium überwintert.

 

 

Staubwanze - Schadpotenzial: Der Stich der Staubwanze ist äußerst schmerzhaft. Menschen, die schon einmal von einer Staubwanze gestochen wurden, haben dies mit einem Bienenstich oder sogar Schlangenbiss verglichen. An der Einstichstelle entstehen, ähnlich wie bei einem Bremsenstich, stark juckende Quaddeln. Diese Quaddeln bleiben meist für rund eine Woche bestehen, bevor Schwellung und Juckreiz abklingen. Allerdings werden Menschen nur selten gestochen. Meist geschieht dies dann, wenn man ein Kleidungsstück anzieht, in dem sich zufälligerweise eine Staubwanze versteckt hatte.

 

 

Staubwanze - Bekämpfen: Staubwanzen lassen sich mit Kontaktinsektiziden bekämpfen, die in die Versteckplätze der Tiere gesprüht werden. Es eignen sich verschiedene Insektensprays, die Wirkstoffe wie Pyrethrum, Permethrin oder Deltamethrin enthalten.

 

   
Abb. 3: Schwalbenwanzen (Oeciacus hirundinis) gehören zu den Beutetieren der Staubwanze (Reduvius personatus)
  Abb. 4: Feuerwanzen (Pyrrhocoris apterus) haben wie Staubwanzen (Reduvius personatus) einen sehr flachen Körperbau  

 

Noch mehr Informationen zu Aussehen, Verbreitung, Verhalten, Schadpotenzial und Bekämpfen der Staubwanze (Reduvius personatus)

 

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