Institut für Schädlingskunde

Großer Reismehlkäfer



Hier erfahren Sie alles Wissenwerte über Aussehen, Verbreitung, Verhalten, Schadpotenzial und Bekämpfen des Großen Reismehlkäfers (Tribolium destructor)



Wissenschaftliche Bezeichnung: Tribolium destructor (UYTTENBOOGAART, 1934)

 

Großer Reismehlkäfer - Aussehen: Der Große Reismehlkäfer aus der Familie der Schwarzkäfer (Tenebrionidae) erreicht eine Körperlänge von rund 5,5 Millimetern und eine maximale Körperbreite von 1,5 Millimetern. Die Käfer sind recht schmal gebaut. Die Körperoberfläche von Tribolium destructor ist kastanienbraun gefärbt und glänzt stark (siehe Abbildung 1). Die Fühler bestehen aus elf Fühlergliedern, die zum Ende hin immer größer werden (siehe Abbildung 2).

 

 
Abb. 1: Großer Reismehlkäfer (Tribolium destructor)   Abb. 2: Großer Reismehlkäfer (Tribolium destructor) - Kopfansicht

 

 

Großer Reismehlkäfer - Verbreitung und Verhalten: Der Große Reismehlkäfer stammt ursprünglich vermutlich vom indischen Subkontinent. In Europa tritt dieser Vorratsschädling vor allem in Mühlen und Bäckereien auf. Die Larven von Tribolium destructor leben meist sehr versteckt. Wird Getreide befallen, so bohren sich die Larven in die Getreidekörner ein. Der gesamte Entwicklungszyklus des Großen Reismehlkäfers dauert bei einer Temperatur von 25°C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 75 Prozent rund sechs Wochen. Die Käfer von Tribolium destructor können bei Temperaturen von 15 bis 20°C bis zu vier Jahre leben.

 

Großer Reismehlkäfer - Schadpotenzial: Der Große Reismehlkäfer befällt in der Regel Mehl, Bruchgetreide oder Getreide, das bereits von anderen Vorratsschädlichen Käferarten wie beispielsweise dem Getreidekapuziner (Rhizopertha dominica) vorgeschädigt wurde. Das befallene Getreide wird durch den Kot der Tiere, sowie durch das staubfeine Fraßmehl der Larven verunreinigt. Auf diesem Fraßmehl können sich später Schimmelpilze und vorratsschädliche Milbenarten, wie die Mehlmilbe (Acarus siro) vermehren. Noch bedenklicher ist die Kontamination der befallenen Lebensmittel durch die von den Tieren abgegebenen Chinone, denen eine carcinogene Wirkung zugesprochen wird.

 

 

Großer Reismehlkäfer - Bekämpfen: Getreide, das mit dem Großen Reismehlkäfer befallen ist, kann mit Stickstoff, Kohlendioxid oder Phosphorwasserstoff begast werden. In Mühlen oder Bäckereien kann dieser Vorratsschädling auch durch eine Heißluftanwendung bekämpft werden. Dieses Verfahren wird auch als Wärmeentwesung bezeichnet. Hohe Temperaturen werden im Vorratsschutz regelmäßig gegen vorratsschädliche Insekten eingesetzt. Bei einer Temperatur von 60°C führt eine dreiminütige und bei 55°C eine einstündige Exposition zum Absterben aller Entwicklungsstadien der zu bekämpfenden Insektenart. Wird dieses thermische Verfahren eingesetzt, so muss darauf geachtet werden, dass alle Bereiche ausreichend hohen Temperaturen ausgesetzt sind. Andernfalls könnten einige Individuen von Tribolium destructor oder anderen vorratsschädlichen Insektenarten in etwas kühleren Bereichen überleben.

 

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