Institut für Schädlingskunde

Türkische Leistenkopfplattkäfer bekämpfen

 

Wissenschaftlicher Artname des Türkischen Leistenkopfplattkäfers: Cryptolestes turcicus (GROUVELLE, 1876)

 

Wie sehen Türkische Leistenkopfplattkäfer aus? Cryptolestes turcicus ist ein Angehöriger der Familie Cucujidae, die im deutschen auch als Plattkäfer bezeichnet werden. Der Körper der Imagines ist dorsoventral abgeflacht, worauf auch der deutsche Trivialname Bezug nimmt. Die rostrot gefärbten, schlanken Käfer sind recht klein und weisen lediglich eine Körperlänge von 1,5 bis zwei Millimetern auf. Bei den Weibchen erreichen die 11-gliedrigen Antennen ungefähr Dreiviertel der Länge des restlichen Körpers. Bei den Männchen sind die Fühler sogar etwas länger als der Körper. Charakteristisch für Cryptolestes turcicus sind die am Rande von Kopf und Halsschild (Pronotum) verlaufenden Längsleisten. Die lang gestreckten Larven sind hell gefärbt und besitzen eine hellbraune Kopfkapsel.

 

 
Abb. 1: Der Türkische Leistenkopfplattkäfer (Cryptolestes turcicus) ist wie der hier abgebildete Rotbraune Leistenkopfplattkäfer (Cryptolestes ferrugineus) ein Vorratsschädling  

 

 

Wo leben Türkische Leistenkopfplattkäfer? Cryptolestes turcicus hat seinen Verbreitungsschwerpunkt in gemäßigten Breiten. Aus diesem Grund ist die Art gegenüber Kälte recht tolerant, allerdings benötigen die Käfer zur Entwicklung eine recht hohe Luftfeuchtigkeit. Die Weibchen legen insgesamt über 100 Eier ab, die lediglich eine Größe von 0,6 × 0,2 mm aufweisen. Unter optimalen Bedingungen, also bei einer Temperatur von 27,5°C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 90 % ist die komplette Entwicklung vom Ei bis zum Käfer bereits nach rund vier Wochen abgeschlossen. Schimmelpilze, die auf den befallenen Vorratsgütern wachsen, dienen Larven und Käfern ebenfalls als Nahrung und können die Entwicklungszeit reduzieren.

 

 

Welche Schäden richten Türkische Leistenkopfplattkäfer an? Cryptolestes turcicus ist ein typischer Vorratsschädling. In Europa tritt die Art vor allem in Mehlmühlen an feuchtem Mahlgut auf. In Nordamerika wird zudem Lagergetreide befallen. Auch an Kopra, Kakao und Nussmasse wurde der Türkische Leistenkopfplattkäfer bereits festgestellt. Mehl und andere befallene Lebensmittel werden sowohl durch den Kot der Tiere, als auch durch die bei der Häutung zurückbleibenden Chitinhüllen verunreinigt und sind für den menschlichen Verzehr nicht mehr geeignet. Zudem können die Tiere Schimmelpilzsporen verbreiten.

 

 

Wie kann man Türkische Leistenkopfplattkäfer bekämpfen? Um einen Befall mit Cryptolestes turcicus zu verhindern, müssen leere Lagerräume vor der Neueinlagerung von Nahrungsmitteln gründlich gesäubert und anschließend prophylaktisch eventuell mit Kontaktinsektiziden behandelt werden. Zur eigentlichen Bekämpfung kann befallenes Lagergut mit Phosphorwasserstoff, Kohlendioxid oder Stickstoff begast werden. Weitere Informationen zur Bekämpfung von Türkischen Leistenkopfplattkäfern finden Sie auf unserer Extraseite Ungeziefer bekämpfen.

 

Hier erfahren Sie noch mehr Wissenswertes über Türkische Leistenkopfplattkäfer (Cryptolestes turcicus).

 

 

Informationen zu Hausungeziefer, Vorratsschädlingen, Hygieneschädlingen, Lästlingen und Pflanzenschädlingen

 

© Martin Felke - Institut für Schädlingskunde