Institut für Schädlingskunde

Saateulen bekämpfen

 

Hier erfahren Sie alles Wissenswerte über Aussehen, Verbreitung, Verhalten, Schadpotenzial und Bekämpfen der Saateule (Agrotis segetum)

 

Wissenschaftliche Bezeichnung der Saateule: Agrotis segetum (Denis & Schiffermüller, 1775)

 

Saateule - Aussehen: Die Saateule, die teilweise auch als Getreide-Saateule bezeichnet wird, erinnert von ihrem Aussehen an die Hausmutter (Noctua pronuba) und gehört ebenso wie diese Art der Familie der Eulenfalter (Noctuidae) an. Die nachtaktiven Saateulen können eine Flügelspannweite von maximal 4 cm erreichen. Die Vorderflügel sind dunkel gefärbt und können zusätzlich schwarze Farbmarkierungen aufweisen. Außerdem fällt auf den Vorderflügeln ein nierenförmiger Makel auf. Die ca. 0,5 mm langen Eier werden von den Weibchen in größeren Gruppen abgelegt. Die Saateulenraupen, die aufgrund ihrer unterirdischen Lebensweise auch als Erdeulenraupen oder Erdraupen bezeichnet werden, können bis 5 cm lang werden und sind im 6. Larvalstadium glänzend dunkelgrau gefärbt. Die Puppen von Agrotis segetum haben eine rotbraune Färbung.

   
Abb. 1: Jungraupen der Saateule (Agrotis segetum)
  Abb. 2: Raupe der Saateule (Agrotis segetum) im 3. Larvalstadium  

 

 

Saateule - Verbreitung und Verhalten: Die Saateule kommt in Europa, Nordafrika und großen Teilen Asiens vor. Besonders häufig findet man Saateulen in der Agrarlandschaft. Aber auch in Gärten kommen diese Pflanzenschädlinge regelmäßig vor. In Deutschland bildet Agrotis segetum meist 2 Generationen im Jahr aus. Die Falter der 1. Generation fliegen von Mai bis Juli. Von August bis September kann man die Falter der 2. Generation beobachten. In Südeuropa tritt regelmäßig auch eine 3. Generation auf. Die Raupen der Saateule durchlaufen 6 Larvalstadien, wobei das 6. Larvalstadium überwintert. Die Raupen graben sich hierzu teilweise bis zu 40 cm tief in die Erde ein. Der Falterschlupf setzt im darauffolgenden Frühjahr ab Ende Mai ein. Die Falter der Saateule sind nachtaktiv und werden von Lichtquellen angelockt. Daher findet man diese Nachtfalter genau wie die Falter der Hausmutter (Noctua pronuba) mitunter morgens auch in der Wohnung. Die Weibchen von Agrotis segetum sind sehr produktiv und können bis zu 2.000 Eier ablegen. Nach dem Schlupf sind die Larven der Saateule zunächst tagaktiv und fressen an oberirdischen Pflanzenteilen. Ab dem 3. Larvenstadium ziehen sich die Raupen am Tage in den Erdboden zurück. Sie verzehren von da an hauptsächlich Wurzeln und Knollen ihrer Futterpflanzen. Aufgrund dieses Verhaltens werden die Raupen der Saateule auch Erdeulenraupen oder Erdraupen genannt.

 

 

Saateule - Schadpotenzial: Die Saateule ist ein bedeutender Pflanzenschädling, der in einer Vielzahl von Kulturen starke Schäden verursachen kann. Regelmäßig richten Erdeulenraupen durch ihre unterirdische Fraßtätigkeit Schäden an Getreide, Mais, Kartoffeln, Hopfen, Zuckerrüben, Futterrüben, Karotten, Raps, Tabak, Kohl oder Salat an. Dabei werden wie bei Kartoffeln, Karotten, Zuckerrüben oder Futterrüben entweder die unterirdischen Speicherorgane der Pflanze angefressen oder aber es werden wie bei Getreide, Mais oder Raps die Wurzeln der Pflanzen geschädigt. Die Pflanzen verwelken oder können aufgrund der Fraßschäden nicht mehr verkauft werden.

   
Abb. 3: Die Raupen der Saateule (Agrotis segetum) werden auch Erdeulenraupen genannt
  Abb. 4: Die Hausmutter (Noctua pronuba) gehört wie die Saateule (Agrotis segetum) in die Familie der Eulenfalter  

 

Saateule - Bekämpfen: Zur Bekämpfung von Erdeulenraupen können verschiedene Präparate verwendet werden, die alle den zu den Pyrethroiden gehörenden Wirkstoff Lambda-Cyhalothrin enthalten. Laut dem 2012 gültigen Pflanzenschutzmittelverzeichnis können in Deutschland die folgenden Präparate zur Bekämpfung von Erdeulenraupen eingesetzt werden: Clayton Sparta, Cyclone, Shock Down, Karate mit Zeon Technologie, Karate Zeon, Trafo WG und Lambda WG.

 

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