Institut für Schädlingskunde

Hornisse

 

Hier erfahren Sie alles Wissenwerte über Aussehen, Verbreitung, Verhalten, Schadpotenzial und Bekämpfen von Hornissen (Vespa crabro)

 

Wissenschaftliche Bezeichnung: Vespa crabro LINNAEUS, 1758

 

Hornissen - Aussehen: Wie alle sozialen Faltenwespen (Vespidae) besitzt auch die Hornisse vier durchsichtige Flügel, die sie in Ruhe in Längsrichtung faltet. Die Hornisse ist unsere größte, einheimische Faltenwespenart. Die Weibchen erreichen eine Körperlänge von bis zu 35 Millimeter, die Männchen der Hornisse können bis 38 Millimeter und die Arbeiterinnen bis 25 Millimeter lang werden. Die schwarz-gelbe Warnzeichnung von Vespa crabro deutet darauf hin, dass es sich bei Hornissen um wehrhafte Insekten handelt. Kopf und mittlerer Körperabschnitt der Hornissen weisen zudem einen hohen Rotanteil auf (siehe Abbildung 1). Der mittlere Körperabschnitt zeigt keine gelben Farbelemente. Dem Stirnschild der Hornisse fehlen schwarze Zeichnungsmuster, wie sie zum Beispiel bei der Deutschen Wespe (Paravespula germanica) oder der Gemeinen Wespe (Paravespula vulgaris) zu finden sind (siehe Abbildung 2).

 

   
Abb. 1: Hornisse (Vespa crabro germana)   Abb. 2: Hornisse (Vespa crabro germana) - Kopfansicht  

 

 

Hornissen - Verbreitung und Verhalten: Einzeln überwinternde Weibchen von Vespa crabro, die im Herbst begattet wurden, gründen im darauf folgenden Frühjahr ohne die Unterstützung von Arbeiterinnen eine Kolonie und ziehen eine erste Brut von wenigen, kleinen Arbeiterinnen auf. Nach dem Schlupf dieser ersten Arbeiterinnen ist die Königin nur noch für die Eiablage zuständig, während sich die Arbeiterinnen um Nahrungsbeschaffung und Brutpflege kümmern. Männliche Hornissen entstehen erst gegen Ende des Sommers und sterben schon bald nach der Begattung ab. Der gesamte Hornissenstaat besteht nur bis Ende Oktober. Lediglich die begatteten Jungweibchen überleben den folgenden Winter, den sie in einem Versteck im Erdreich oder in morschem Holz verbringen. Die Nester von Vespa crabro werden vorwiegend in größeren Baumhöhlen angelegt. Daneben können Hornissen ihre Nester auch in Rolladenkästen, Vogelnistkästen, auf Dachböden oder in Hohlräumen von Mauerwerk anlegen. Die Nester der Hornissen bestehen aus einer papierartigen Masse und werden aus zerkauten Holzteilchen errichtet. Die erwachsenen Hornissen ernähren sich hauptsächlich von Nektar und Pflanzensäften. Die Larven von Vespa crabro benötigen dagegen vor allem tierisches Eiweiß. Hierzu tragen die Arbeiterinnen hauptsächlich Wespen und Fliegen ins Nest ein, die im Flug erbeutet werden. Hornissen spielen somit durch die Bestandsregulierung anderer Insektenarten eine wichtige Rolle im Ökosystem. Im Vergleich zu der Deutschen Wespe (Paravespula germanica) oder der Gemeinen Wespe (Paravespula vulgaris) sind Hornissen kaum aggressiv und stechen nur, wenn sie massiv belästigt werden.

 

 

Hornissen - Schadpotenzial: Stiche von Hornissen sind, trotz anders lautender Gerüchte, nicht gefährlicher als die von Honigbienen. Allergische Reaktionen auf das Hornissengift sind relativ selten. So gehen in Deutschland seit 1968 erst zwei Todesfälle auf Hornissenstiche zurück. Allgemein gelten Hornissen als wenig angriffslustig. Die Tiere stechen erst dann zu, wenn sie gereizt werden. Anders als die Arbeiterinnen der Gemeinen Wespe und der Deutschen Wespe machen sich Hornissen nicht über süße Nahrungsmittel wie Marmelade oder Obstkuchen her. Aufgrund ihres zu Unrecht schlechten Images wurden und werden Hornissen vielerorts bekämpft. Aufgrund von Bekämpfungsmaßnahmen und Zerstörung ihres Lebensraums sind Hornissen so selten geworden, dass sie in manchen Bundesländern in die Rote Liste der gefährdeten Tierarten aufgenommen wurden.

 

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Hornissen - Bekämpfen: Wie die übrigen sozialen Faltenwespen auch erbeuten Hornissen andere Insekten (vor allem Fliegen) um mit dieser Nahrung ihre Larven zu ernähren. Hornissen spielen daher im Ökosystem eine wichtige Rolle und dürfen laut Gesetz nicht bekämpft werden. Können Nester von Vespa crabro nicht an ihrem Standort toleriert werden, so besteht die Möglichkeit die Kolonien fachmännisch umzusiedeln. Wir vermitteln Ihnen gerne Adressen von Betrieben, die sich auf das Umsiedeln von Wespen- und Hornissenvölkern spezialisiert haben. Wer Hornissen ohne behördliche Genehmigung bekämpft, macht sich strafbar!

 

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