Institut für Schädlingskunde

 

 

Genetzte Ackerschnecke (Deroceras reticulatum)

 

Hier erfahren Sie alles über Erkennen, Vorkommen, Lebensweise, Schadwirkung und Bekämpfung von Deroceras reticulatum (Genetzte Ackerschnecke).

 

Wissenschaftlicher Artname der Genetzten Ackerschnecke: Deroceras reticulatum (O. F. MÜLLER, 1774)

 

Genetzte Ackerschnecke - Erkennen

Die Genetzte Ackerschnecke gehört zur Gruppe der Nacktschnecken und besitzt, anders als zum Beispiel die Weinbergschnecke (Helix pomatia), kein Kalkgehäuse. Die Körperlänge von Deroceras reticulatum liegt bei 40 bis 60 Millimeter. Die Grundfärbung der Genetzten Ackerschnecke ist gelblichweiß oder grau bis rötlichbraun. Auffällig ist eine netzartige, schwärzliche Zeichnung, auf die auch der deutsche Artname von Deroceras reticulatum hindeutet. Mitunter werden auch unregelmäßige, dunkle Punkte ausgebildet. Die Sohle ist hellgrau gefärbt. Jungtiere der Genetzten Ackerschnecke sind meistens hellbeige gefärbt. Der von den Schadschnecken abgesonderte Schleim erscheint kalkweiß.

 

Genetzte Ackerschnecke (Deroceras reticulatum)

Abbildung 1: Die Genetzte Ackerschnecke (Deroceras reticulatum) kann in der Landwirtschaft, sowie in Gemüsegärten beträchtliche Schäden anrichten

Genetzte Ackerschnecke (Deroceras reticulatum)

Abbildung 2: Die Genetzte Ackerschnecke (Deroceras reticulatum) verursacht an ober- und unterirdischen Pflanzenteilen einen sog. Lochfraß

Genetzte Ackerschnecke (Deroceras reticulatum) - Kopula

Abbildung 3: Genetzte Ackerschnecke (Deroceras reticulatum) - Kopula

Spanische Wegschnecke (Arion lusitanicus)

Abbildung 4: Die Spanische Wegschnecke (Arion lusitanicus) ist wie die Genetzte Ackerschnecke (Deroceras reticulatum) ein Pflanzenschädling

 

 

Genetzte Ackerschnecke - Vorkommen und Lebensweise

Das Vorkommensgebiet dieser Schadschneckenart erstreckt sich über Europa, Nordafrika und etliche Inseln im Atlantik. Darüber hinaus wurde die Genetzte Ackerschnecke auch nach Nordamerika eingeschleppt. Deroceras reticulatum kommt vor allem auf Äckern und in Gemüsegärten vor. Wie bei anderen Nacktschnecken auch besteht der Körper der Genetzten Ackerschnecke zu 85 % aus Wasser. Da sie kein Gehäuse besitzen weisen die Tiere nur einen geringen Verdunstungsschutz auf und müssen ständig Wasser über die Haut bzw. über die Nahrung aufnehmen. Deroceras reticulatum ist daher an feuchte Lebensbedingungen gebunden und überwiegend nachtaktiv. Am Tage ziehen sich die Genetzten Ackerschnecken unter Steine, Pflanzenmaterial oder in die oberen Bodenschichten zurück. Mit Ausnahme von Frostperioden sind die Schnecken das ganze Jahr über aktiv. Deroceras reticulatum ernährt sich von einer Vielzahl an Gemüse- und Zierpflanzen. Hier verursachen sie einen sog. Lochfraß an ober- und unterirdischen Pflanzenteilen. Besonders Kohl stellt für Genetzte Ackerschnecken eine sehr attraktive Nahrung dar. Die in Kohl enthaltenen Aromastoffe können die Schnecken auch über kürzere Distanzen hinweg anlocken. Die Genetzte Ackerschnecke verhält sich recht Ortstreu und entfernt sich zur Nahrungsaufnahme meist nicht weiter als 1,5 m von ihrem Tagesversteck. Wie bei allen Landlungenschnecken (Pulmonata) handelt es sich auch bei Deroceras reticulatum um einen Zwitter. Die Eier werden im Herbst in größeren Gelegen im Boden, unter Brettern oder Steinen abgelegt. Der Lebenszyklus der Genetzten Ackerschnecke ist einjährig.

 

 

Genetzte Ackerschnecke - Schadwirkung

Die Genetzte Ackerschnecke kann in der Landwirtschaft, sowie in Gemüsegärten beträchtliche Schäden anrichten, indem sie die Blattfläche der Pflanzen verringert, Saatgut und Keimlinge verzehrt und Stängel oder Triebe zerstört. Zudem wird der Wert des Ernteguts aufgrund von Fraßschäden, Schleimspuren oder der Anwesenheit von Schnecken bzw. des Schneckenkots auf den Pflanzen gemindert. Häufig siedeln sich an den Fraßstellen Pilze an und die geschädigten Pflanzen verrotten. Im Gartenbau treten vor allem Nacktschnecken aus den Familien Arionidae (Wegschnecken) und Limacidae (Egelschnecken) als Schädlinge auf. Die wichtigsten Arten sind neben der Genetzten Ackerschnecke die Spanische Wegschnecke (Arion lusitanicus) und die Gartenwegschnecke (Arion hortensis).

 

Genetzte Ackerschnecke - Bekämpfung

Eine bewährte mechanische Bekämpfungsmaßnahme stellen die sog. Schneckenzäune dar. Sie verhindern, dass die Genetzte Ackerschnecke und andere Schadschnecken in Gemüsebeete eindringen können. Zur direkten Bekämpfung stehen Präparate mit den Wirkstoffen Eisen-3-Phosphat, Metaldehyd und Methiocarb zur Verfügung. Eisen-3-Phosphat wirkt selektiv gegen Deroceras reticulatum und andere Schneckenarten und bewirkt nach der Aufnahme einen schnellen Fraßstopp. Der Wirkstoff führt zu Zellveränderungen im Kropf und der Mitteldarmdrüse der Genetzten Ackerschnecke. Kurz nach Aufnahme des Wirkstoffs stellt Deroceras reticulatum die Nahrungsaufnahme ein und zieht sich in ihre Verstecke zurück, wo die Tiere nach einigen Tagen verenden. Metaldehyd bewirkt eine starke Schleimabsonderung bei der Genetzten Ackerschnecke, so dass die Tiere durch Austrocknung verenden. Der Einsatz von Metaldehyd-Präparaten empfiehlt sich daher besonders bei trockener Witterung. Methiocarb wirkt als Nervengift. Die betroffenen Schnecken werden zunächst hyperaktiv, verlieren dann den Muskeltonus und sterben letztendlich.

 

Weitere Informationen zu Erkennen, Vorkommen, Lebensweise, Schadwirkung und Bekämpfung von Deroceras reticulatum (Genetzte Ackerschnecke).

 

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