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Kartonameise

Hier erfahren Sie alles Wissenwerte über Aussehen, Verbreitung, Verhalten, Schadpotenzial und Bekämpfen der Kartonameise (Lasius fuliginosus)

Wissenschaftliche Bezeichnung der Kartonameise

Lasius fuliginosus (LATREILLE, 1789)

Kartonameise - Aussehen

Kartonameise - der deutsche Artname von Lasius fuliginosus - weist darauf hin, dass die Nester dieser Ameisenart eine Kartonstruktur aufweisen. Sie erinnern damit an die Nester von sozialen Faltenwespen wie zum Beispiel der Gewöhnlichen Wespe (Paravespula vulgaris). Wie die Wespennester werden auch die Kartonnester der Kartonameise aus morschem Holz hergestellt. Dieses morsche Holz wird von den Arbeiterinnen abgenagt, dann mit Speichel vermischt und so zum Nestbau verwendet. Die Arbeiterinnen der Kartonameise zeigen eine gleichmäßig schwarze, glänzende Färbung. Die Arbeiterinnen von Lasius fuliginosus werden etwas größer als die Arbeiterinnen der nahe verwandten Schwarzgrauen Wegameise (Lasius niger) und erreichen eine Länge von rund einem halben Zentimeter. Der Kopf dieser Wegameisenart ist auffällig herzförmig. Beine und Fühler sind rötlichbraun.

Abbildung 1: Arbeiterin der Kartonameise (Lasius fuliginosus)

Abbildung 1: Arbeiterin der Kartonameise (Lasius fuliginosus)

Abbildung 2: Kartonameisen sind glänzend-schwarz gefärbt

Abbildung 2: Kartonameisen sind glänzend-schwarz gefärbt

 

Kartonameise - Verbreitung und Verhalten

Die Kartonameise kommt in ganz Deutschland vor und besiedelt Gehölzstandorte jeder Art. Sowohl in Hohlräumen in der Stammbasis, als auch im Wurzelwerk legen die Arbeiterinnen umfangreiche Kartonnester an, die aus einer Mischung aus zerkautem Holz und Honigtau bestehen. Auf diesem Substrat wächst dann der Pilz Cladosporium myrmecophilum, der dem Gebilde durch seine Hyphen zusätzliche Festigkeit verleiht. Die Art gehört in Mitteleuropa zu den Arten, die regelmäßig auch in Gebäuden nisten. Im Haus siedeln sich Kolonien der Kartonameise meist in gemauerten Hohlräumen oder zwischen Gebälk an. Die Kolonien enthalten häufig mehrere Königinnen und bestehen oft aus zahlreichen, miteinander in Verbindung stehenden Teilnestern. Eine einzige Kolonie von Lasius fuliginosus kann bis zu zwei Millionen Arbeiterinnen enthalten. Die Arbeiterinnen von Lasius fuliginosus ernähren sich hauptsächlich von Honigtau, daneben werden aber auch Insekten und andere Gliedertiere erbeutet. Männchen und Weibchen schwärmen von Juni bis September meist nachmittags bis in die ersten Nachtstunden hinein.

 

Kartonameise - Schadpotenzial

Bei einem Befall mit der Kartonameise sollten so schnell wie möglich Bekämpfungsmaßnahmen durchgeführt werden, da speziell die sehr großen Völker dieser Art schwerwiegende Schäden an der Bausubstanz verursachen können. Wie andere holzzerstörende Ameisenarten auch, gehört die Kartonameise zu den Materialschädlingen.

 

Kartonameise - Bekämpfen

Die Bekämpfung von Kolonien der Kartonameise ist nicht einfach, da die Kolonien riesig sein können. Auch die Tatsache, dass mehrere Königinnen in der Kolonie leben können macht eine Befallstilgung schwierig. Informationen zum Bekämpfen von Kolonien der Kartonameise finden Sie in der Rubrik Holzzerstörende Ameisenarten