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Bunter Eschenbastkäfer - Leperisinus varius

Bunter Eschenbastkäfer

Hier erfahren Sie alles über Erkennen, Vorkommen, Lebensweise, Schadwirkung und Bekämpfung des Bunten Eschenbastkäfers (Leperisinus varius)
 
Wissenschaftlicher Artname des Bunten Eschenbastkäfers: Leperisinus varius (Fabricius, 1775)

Bunter Eschenbastkäfer - Erkennen

Der Bunte Eschenbastkäfer ist ein Rüsselkäfer (Familie Curculionidae) aus der Unterfamilie der Borkenkäfer (Scolytinae). Wie die meisten Borkenkäfer besitzt auch der Bunte Eschenbastkäfer einen walzenförmigen Körper und bleibt mit nur rund 2,5 bis 3,5 Millimeter Körperlänge recht klein. Die Antennen bestehen aus zehn Gliedern, wobei die letzten drei Glieder stark vergrößert sind und eine deutliche Fühlerkeule ausbilden. Die Flügeldecken weisen ein Muster aus unregelmäßigen, gelben und dunkelbraunen Flecken auf, da die Oberseite des Körpers zum Teil von gelbbraunen Schuppen bedeckt wird. Dieser charakteristischen Färbung verdankt Leperisinus varius seinen deutschen Trivialnamen. Recht auffällig sind auch die langen, gelblichen Borsten, die den Kopf des Bunten Eschenbastkäfers bedecken. Auf den Flügeldecken befinden sich Punktreihen aus zahlreichen, kleinen Vertiefungen.

Abbildung 1: Der Bunte Eschenbastkäfer (Leperisinus varius) befällt vor allem Eschen

Abbildung 1: Der Bunte Eschenbastkäfer (Leperisinus varius) befällt vor allem Eschen

Abbildung 2: Detailaufnahme eines Hinterbeins des Bunten Eschenbastkäfers (Leperisinus varius)

Abbildung 2: Detailaufnahme eines Hinterbeins des Bunten Eschenbastkäfers (Leperisinus varius)

Bunter Eschenbastkäfer - Vorkommen und Lebensweise

Der Bunte Eschenbastkäfer ist eine einheimische Art, die in großen Teilen Europas in Laubwäldern vorkommt. Innerhalb der Borkenkäfer wird der Bunte Eschenbastkäfer zur Gruppe der Rindenbrüter gezählt, da er seine Brutgänge in der Rinde des Wirtsbaums anlegt. Pro Jahr entsteht lediglich eine Generation. Nach der Überwinterung verlassen die Käfer oft bereits im März ihre Winterquartiere um sich fortzupflanzen. Die Flugzeit endet meist im Mai. Die Weibchen bohren sich zunächst mit einem recht kurzen, senkrecht verlaufenden Gang in die Rinde des Baums ein. Von diesem Gang aus wird dann ein doppelarmiger Quergang angelegt, der waagerecht verläuft. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einem sog. Klammergang. Dieser Klammergang erreicht eine Länge von maximal zehn Zentimetern und hat einen Durchmesser von ungefähr zwei Millimetern. Hier findet auch die Eiablage statt. Die rund vier Zentimeter langen Larvengänge zweigen senkrecht von dem Klammergang ab und liegen zum Teil sehr dicht beieinander ohne sich jedoch zu berühren. Die Gänge bohren sich tief in das Splintholz des befallenen Baumes ein. Im Splintholz liegen auch die Puppenwiegen der Käfer. In den Monaten Juli und August verlassen die Jungkäfer ihre Puppenwiegen und führen direkt im Anschluss an den Schlupf einen Reifungsfraß an grüner Rinde im Kronenbereich des Baums durch. Zum Teil werden auch die Stämme von noch jungen Eschen angefressen. Die hier angelegten und unregelmäßig in alle Richtungen verlaufenden, kurzen Fraßgänge sind weniger als zwei Zentimeter lang. Besonders bei starkem Befall entsteht dann die sogenannte „Eschenrose“, die einer lokalen, rosettenartigen Wucherung ähnelt. Geschädigt wird allerdings nur die Rinde – der Holzanteil wird nicht in Mitleidenschaft gezogen. In den Gängen, die die Käfer beim Reifungsfraß ausgehöhlt haben, findet schließlich auch die Überwinterung statt.

Bunter Eschenbastkäfer - Schadwirkung

Wie der Name schon andeutet schädigt der Bunte Eschenbastkäfer vor allem Eschen. Dies sind in Mitteleuropa neben der Gemeinen Esche (Fraxinus excelsior) auch die beiden Eschenarten Fraxinus ornus und Fraxinus americana. Andere Baumarten werden dagegen nur selten befallen. Leperisinus varius ist ein typischer Sekundärschädling, der vor allem Eschen befällt, die durch abiotische (z. B. Trockenheit, Überschwemmung oder Hagel) oder biotische Faktoren (z. B. Befall mit Pilzen oder saugenden Insekten) bereits vorgeschädigt sind. Auch die Rinde von frisch geschlagenen Bäumen kann noch befallen werden. In bereits entrindetem oder trockenem Holz ist die Entwicklung der Käfer dagegen nicht mehr möglich.

Bunter Eschenbastkäfer - Bekämpfung

Bäume, die vom Bunten Eschenbastkäfer befallen wurden, sollten möglichst gefällt und entrindet werden, bevor sich die Käfer der neuen Generation entwickeln und ausschlüpfen konnten. Dies bedeutet, dass befallene Bäume bereits vor dem Mai gefällt werden müssen. Zur direkten Bekämpfung der Käfer können Kontaktinsektizide eingesetzt werden. Diese müssen auf die Rinde von potenziell gefährdeten Bäumen gesprüht werden, bevor sich die Weibchen im Frühjahr zur Eiablage in die Rinde der Bäume einbohren.

Abbildung 3: Der Gescheckte Nagekäfer (Xestobium rufovillosum) ist ähnlich gefärbt wie der Bunte Eschenbastkäfer (Leperisinus varius)

Abbildung 3: Der Gescheckte Nagekäfer (Xestobium rufovillosum) ist ähnlich gefärbt wie der Bunte Eschenbastkäfer (Leperisinus varius)

Abbildung 4: Im Gegensatz zum Gemeinen Nagekäfer (Anobium punctatum) kann der Bunte Eschenbastkäfer (Leperisinus varius) kein trockenes Holz mehr befallen

Abbildung 4: Im Gegensatz zum Gemeinen Nagekäfer (Anobium punctatum) kann der Bunte Eschenbastkäfer (Leperisinus varius) kein trockenes Holz mehr befallen